TVB Stuttgart behält die Nerven im Handballkrimi
Sport
Große Entschlossenheit im Angriff, enorme Nervenstärke bei zwei Routiniers – das sind die Hauptgründe für den 35:34-Zittersieg des TVB Stuttgart gegen die TSV Hannover-Burgdorf.
Großer Jubel bei den Spielern des TVB Stuttgart nach dem Zittersieg gegen Hannover.
(Foto: Baumann/Hansi Britsch)
Von Jürgen Frey
Spiele im Handball sind oft eine Frage der Nerven. Die hat der TVB Stuttgart im Bundesligaduell mit der TSV Hannover-Burgdorf behalten – und den Krimi am Sonntagnachmittag vor 5854 Zuschauern in der Porsche-Arena mit 35:34 (18:14) gewonnen.
Zwei Routiniers bewiesen dabei ganz besonders ausgeprägte mentale Stabilität: Kai Häfner (11/6 Tore) und Patrick Zieker (6). Es war nicht nur die Anzahl der Treffer, sondern auch die Zeitpunkte der erzielten Tore, die entscheidend waren: Zieker warf zehn Sekunden vor Schluss den Siegtreffer, Kai Häfner verwandelte gegen seinen früheren Club (2014 bis 2019) in den letzten zehn Minuten vier Siebenmeter eiskalt. „Das war ein mega wichtiger Sieg, der uns ein bisschen durchschnaufen lässt“, sagte der 36-Jährige.
Er und sein Team spielten im Angriff mit enormer Entschlossenheit und führten mit 24:19 (40.) und 33:30 (56.). Hannover, mit dem vorne überragenden Kreisläufer Justus Fischer (acht Würfe, acht Treffer) ließ nicht locker, glich zum 33:33 und 34:34 aus. Dann schlug Zieker zu und entschied das Zitterspiel gegen den European-League-Teilnehmer. „Die gute Defensive ist uns in der zweiten Halbzeit etwas abhanden gekommen, aber wir spielten über 60 Minuten einen geilen Angriff, der Ball lief richtig gut. Der Sieg ist vollkommen verdient, ich bin stolz auf mein Team“, sagte Trainer Misha Kaufmann.
Durch den doppelten Punktgewinn hat seine Mannschaft erstmals in dieser Saison einen Gegner aus der oberen Tabellenhälfte besiegt. „Das gibt uns Energie“, ist sich Kai Häfner sicher. Am kommenden Sonntag (15 Uhr) geht es bei GWD Minden weiter.
Ob dann die verletzten Samuel Röthlisberger und Lenny Rubin wieder dabei sein können, ist offen. Sicher dagegen: Gute Nerven werden auch beim kampfstarken Aufsteiger garantiert nicht schaden.
Aufstellung
TVB Stuttgart: Kornecki (8 Paraden), Vujovic (1 P.); Max Häfner 4 Tore, Serradilla, Lien, Snajder, Simone Mengon 4, Schmid, Heydecke, Matzken 3, Zieker 6, Marco Mengon 3, Kai Häfner 11/6, Nigg 4.
TSV Hannover-Burgdorf: Gade (2 Paraden), Birlehm (7 P.); Tissier 5, Poulsen, Uscins 9, Pedersen 5/3, Steinhauser 3, Michalczik 3, Edvardsson 1, Aho, Solstad, Fischer 8, Feise, Weber, Wolf.
Saison 2025/26
Ergebnisse TVB – HSV Hamburg 33:36, SG Flensburg-Handewitt – TVB 29:29, TVB – Bergischer HC 35:28, SC Magdeburg – TVB 32:23, TVB – Frisch Auf Göppingen 28:28, VfL Gummersbach – TVB 33:26, TV Emsdetten – TVB (30:35/DHB-Pokal zweite Runde), TVB – MT Melsungen 29:31, TBV Lemgo Lippe – TVB 32:30, TVB – Füchse Berlin 30:36, Rhein-Neckar Löwen – TVB 38:34, TVB – SG Flensburg-Handewitt (29:36/DHB-Pokal-Achtelfinale), ThSV Eisenach – TVB 28:24, TVB – GWD Minden 35:26, HC Erlangen – TVB 24:24, TVB – HSG Wetzlar 30:27, TVB – SC DHfK Leipzig 33:32, THW Kiel – TVB 33:32, TSV Hannover-Burgdorf – TVB 28:22, TVB – VfL Gummersbach 22:28, MT Melsungen – TVB 33:28, TVB – ThSV Eisenach 33:31, Füchse Berlin – TVB 37:32, TVB – TSV Hannover-Burgdorf 35:34.
Termine GWD Minden – TVB (1. März, 15 Uhr), TVB – THW Kiel (5. März, 19 Uhr), SC DHfK Leipzig – TVB (15. März, 16.30 Uhr), TVB – TBV Lemgo Lippe (29. März, 16.30 Uhr), HSG Wetzlar – TVB (2. April, 19 Uhr), Bergischer HC – TVB (12. April, 16.30 Uhr), TVB – SC Magdeburg (26. April, 16.30 Uhr), HSV Hamburg – TVB (3. Mai, 15 Uhr), TVB – Rhein-Neckar Löwen (7. Mai, 19 Uhr), TVB – SG Flensburg-Handewitt (24. Mai., 16.30 Uhr), Frisch Auf Göppingen – TVB (3. Juni, 19 Uhr), TVB – HC Erlangen (7. Juni, 15 Uhr). (jüf)
Mateusz Kornecki begann im Tor des TVB Stuttgart.
(Foto: Baumann/Hansi Britsch)
Jakob Nigg, treffsicherer Rechtsaußen.
(Foto: Baumann/Hansi Britsch)
TVB-Coach Misha Kaufmann.
(Foto: Baumann/Hansi Britsch)
Kai Häfner in Jubelpose, er warf elf Tore.
(Foto: Baumann/Hansi Britsch)
Patrick Zieker eiskalt im Abschluss.
(Foto: Baumann/Hansi Britsch)
Simone Mengon tankt sich durch.
(Foto: Baumann/Hansi Britsch)
Simone Mengon zieht ab.
(Foto: Baumann/Hansi Britsch)
Torben Matzken kampfstark.
(Foto: Baumann/Hansi Britsch)
Großer Jubel beim TVB.
(Foto: Baumann/Hansi Britsch)
Mateusz Kornecki zeigte acht Paraden, teils gegen frei vor ihm auftauchende TSV-Spieler.
(Foto: Baumann/Hansi Britsch)