Umfrage: Große Skepsis in Deutschland gegenüber Iran-Krieg

Politik

Große Skepsis: Viele Deutsche lehnen den Angriff auf den Iran ab und sehen ihn als Bruch des Völkerrechts. Was stattdessen breite Zustimmung findet.

US-Präsident Donald Trump. Viele Deutsche lehnen den Angriff auf den Iran ab (Symbolfoto).

US-Präsident Donald Trump. Viele Deutsche lehnen den Angriff auf den Iran ab (Symbolfoto).

(Foto: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa/Manuel Balce Ceneta)

Von red/KNA

Die Menschen in Deutschland blicken einer Umfrage zufolge mit großer Skepsis auf den Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran. Laut einer Erhebung des German Institute for Global and Area Studies in Hamburg halten 71 Prozent der Befragten den militärischen Angriff für ungerechtfertigt und völkerrechtswidrig. Nur 28 Prozent sehen darin eine legitime präventive Maßnahme.

Zugleich erwarten 77 Prozent einen langwierigen Konflikt, der sich über Monate oder Jahre hinziehen könnte. Hoffnungen auf eine Demokratisierung des Irans infolge des Krieges sind gering ausgeprägt.

Angst vor höheren Preisen

Für Deutschland rechnen viele Menschen vor allem mit wirtschaftlichen Folgen. Drei Viertel der Befragten befürchten steigende Inflation, 65 Prozent höhere Benzinpreise und 70 Prozent nachhaltige Störungen des Welthandels. Sicherheitsbedenken wie mögliche Anschläge spielen zwar eine Rolle, stehen aber hinter wirtschaftlichen Sorgen zurück.

Eine militärische Beteiligung Deutschlands stößt mehrheitlich auf Ablehnung. So sprechen sich 61 Prozent gegen einen Einsatz der Bundesmarine in der Straße von Hormus aus, 68 Prozent lehnen militärische Unterstützung anderer Staaten in der Region ab.

Viele wollen diplomatische Maßnahmen

Breite Zustimmung finden hingegen diplomatische Maßnahmen: Jeweils 69 Prozent befürworten eine Verurteilung des Angriffs durch den UN-Sicherheitsrat sowie einen vollständigen Stopp von Waffenlieferungen in den Nahen Osten.

Die Ergebnisse basieren auf einer Ende März durchgeführten Online-Befragung von 2.492 Personen, deren Stichprobe nach soziodemografischen Merkmalen gewichtet wurde. Die Ergebnisse sind laut den verantwortlichen Forschern annähernd repräsentativ für die deutschsprachige Wohnbevölkerung mit deutscher Staatsangehörigkeit. Personen mit Migrationshintergrund seien unterrepräsentiert.