Audi kündigt Milliarden-Investition in USA an – auf Trumps Wahlkampftour

Politik

Trump macht den deutschen Autobauer Aufi zum Teil seines Wahlkampfs: Es geht um den Bau eines neuen Werks. Ein Manager aus Deutschland betritt die Bühne.

Gemeinsamer Wahlkampf-Auftritt mit Audi-Chef Gernot Döllner: US-Präsident Donald Trump kündigte ein Audi-SUV-Werk in den USA an.

Gemeinsamer Wahlkampf-Auftritt mit Audi-Chef Gernot Döllner: US-Präsident Donald Trump kündigte ein Audi-SUV-Werk in den USA an.

(Foto: Mike Stewart/AP/dpa)

Kurz vor den US-Kongresswahlen hat Präsident Donald Trump eine massive Investition des deutschen Autobauers Audi im Bundesstaat Georgia angekündigt. Audi habe sich „soeben dazu verpflichtet, 4,2 Milliarden Dollar“ (rund 3,6 Milliarden Euro) in den Bau seines ersten Werks in den USA nahe Macon in Georgia zu investieren, sagte Trump am Samstag. Audi, eine Tochter des VW-Konzerns, bestätigte die Investition in einer Mitteilung.

Trump äußerte sich bei einer Wahlkampfveranstaltung seiner regierenden Republikaner in dem südlichen Bundesstaat, der immer wieder als wichtiger „Swing State“ US-Wahlen mit entschied. „Der Bau eines riesigen Werks, das jährlich 200.000 Autos produzieren wird, soll bereits im nächsten Monat beginnen“, sagte der US-Präsident, dessen Partei gut eine Woche vor den Kongresswahlen am 3. November im Umfragetief ist. Auch Audi-Chef Gernot Döllner trat als Gast auf der Wahlkampfbühne auf und kündigte an, die „größten und hochwertigsten SUV“ in Macon (Georgia) zu produzieren. Er „glaube an den amerikanischen Markt“, sagte Döllner.

Audi erklärte, dass durch das Werk etwa 4500 Arbeitsplätze geschaffen würden. Zudem hieß es, dass der Baubeginn für das kommende Jahr geplant sei. Die Produktion soll demnach Anfang der 2030er-Jahre aufgenommen werden.

„Nordamerika neben Europa und China als dritte tragende Säule“

„Die geplante Investition unterstreicht ein langfristiges Bekenntnis zu den Vereinigten Staaten“, hieß es in der Audi-Mitteilung weiter. Sie ziele darauf ab, „Nordamerika neben Europa und China als dritte tragende Säule des globalen Produktionsnetzwerks von Audi zu etablieren“.

Volkswagen steckt wie auch andere deutsche Autobauer in der Krise. Die Verkäufe von Elektroautos nehmen zwar an Fahrt auf, die Gewinnmargen sind dort jedoch kleiner. Zugleich belasten die Zölle der US-Regierung und vor allem das wegbrechende Geschäft in China die Unternehmen. Volkswagen setzt in der Krise auf den Abbau zehntausender Stellen: Bis 2030 sollen bei Europas größtem Hersteller weltweit bis zu 100.000 der knapp 667.000 Jobs wegfallen, die meisten davon in Deutschland.