Neue Debatte um Attest ab dem ersten Tag
Politik
Eigentlich will die Koalition, dass man sich bereits ab dem ersten Krankheitstag ein Attest beim Arzt holen muss. Doch die SPD rückt davon ab. Experten sind ebenfalls skeptisch.
Immer gleich zum Arzt? Das Attest ab dem ersten Tag bleibt umstritten.
(Foto: Sina Schuldt/dpa)
Die Lohnfortzahlung für erkrankte Mitarbeiter hat die Arbeitgeber im Jahr 2025 geschätzt 85,6 Milliarden Euro gekostet. Die Aufwendungen hätten sich damit innerhalb von anderthalb Jahrzehnten mehr als verdoppelt. Das hat das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) ausgerechnet. Zu dieser hohen Summe habe auch der Anstieg des Krankenstands in den vergangenen Jahren beigetragen, so das IW. Den Krankenstand senken aber will Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Die Union hat deshalb in der Koalition durchgesetzt, dass es eine verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Tag geben und die telefonische Krankschreibung abgeschafft werden soll, um Missbrauch einzuschränken. Allerdings glaubt IW-Forscher Jochen Pimpertz nicht, dass die Unternehmen vom Attest ab dem ersten Tag flächendeckend Gebrauch machen werden. Denn das führe zu zusätzlichem Verwaltungsaufwand und könne zudem „das vertrauensvolle Miteinander von Mitarbeitern und Arbeitgebern im Betrieb belasten“.
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