Der Pflege geht das Geld aus

Politik

Die Ausgaben der Pflegekassen sind im ersten Halbjahr fast dreimal so stark gestiegen wie die Einnahmen. Entsprechend hoch ist das Defizit: 770 Millionen Euro beträgt es.

Das Defizit wächst: Springt der Bund ein oder steigen die Beiträge zur Pflegeversicherung?

Das Defizit wächst: Springt der Bund ein oder steigen die Beiträge zur Pflegeversicherung?

(Foto: Bernd Thissen/dpa)

„Im Oktober ist das Geld der Pflegeversicherung aufgebraucht“, warnt Oliver Blatt, Chef des Spitzenverbandes aller gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen. Im ersten Halbjahr habe das Defizit bereits 770 Millionen Euro betragen, weil die Ausgaben mit einem Plus von elf Prozent deutlich über der Zunahme der Einnahmen um knapp vier Prozent gelegen hätten. Weitere 500 Millionen dürften als Finanzbedarf dazukommen, so seine Prognose. Das bedeute, dass es allein 2026 ein tatsächliches Defizit von 4,4 Milliarden geben werde, denn der Bund habe der Pflege bereits ein Darlehen von 3,2 Milliarden gewährt. Für 2027 werde sich der bisher nicht gedeckte Finanzbedarf voraussichtlich auf zehn Milliarden erhöhen. Die Pflege sei also „akut in Not“. So könne es nicht weitergehen.

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