Landratsamt meldet 85 Infizierte in Mühlacker

Pforzheim

Neue Zahlen für die Kommunen im Enzkreis. GEW Pforzheim/Enzkreis fordert, auch die Sicherheit der Lehrer in den Blick zu nehmen.

Unsere Corona-Karte zeigt die Entwicklung vom 16. auf den 19. November. In den meisten Kommunen sind Infektionen hinzugekommen, wobei die Entwicklung uneinheitlich ist. Während Illingen und Mühlacker binnen drei Tagen beinahe so viele Positivtests hinzubekamen wie zuvor innerhalb einer Woche, Knittlingen sogar mehr, hat sich das Plus in Maulbronn halbiert. Grafik: Mühlacker Tagblatt

Unsere Corona-Karte zeigt die Entwicklung vom 16. auf den 19. November. In den meisten Kommunen sind Infektionen hinzugekommen, wobei die Entwicklung uneinheitlich ist. Während Illingen und Mühlacker binnen drei Tagen beinahe so viele Positivtests hinzubekamen wie zuvor innerhalb einer Woche, Knittlingen sogar mehr, hat sich das Plus in Maulbronn halbiert. Grafik: Mühlacker Tagblatt

Enzkreis/Pforzheim (pm/cb). Das Landratsamt Enzkreis hat wieder gemeindescharfe Zahlen vorgelegt, die die Entwicklung der Infektionen mit dem Coronavirus in der Region veranschaulichen. Wiedergegeben ist der Stand von Donnerstag, was nun den direkten Vergleich zur Situation drei Tage davor ermöglicht. Den stärksten Anstieg aller Orte im Enzkreis verzeichnete in diesem Zeitraum mit 38 Neuinfektionen Mühlacker, gefolgt von Niefern-Öschelbronn (17). Als akut betroffen gelten derzeit in Mühlacker 85 Menschen, in Illingen 28, in Knittlingen 17, in Maulbronn 21, in Ölbronn-Dürrn neun, in Ötisheim sechs, in Sternenfels fünf, in Wiernsheim zehn.

Von Donnerstag auf Freitag wurden vom Landesgesundheitsamt 53 neue Fälle im Enzkreis gemeldet, 33 in Pforzheim. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt nun 167,9 (Enzkreis) beziehungsweise 200,1 (Pforzheim).

In Bretten gibt es laut einer Mitteilung 52 Infizierte und 236 Kontaktpersonen (Stand: 20. November, 10 Uhr). Die Lage sei nach wie vor fragil, so OB Wolff. Im Landkreis Ludwigsburg beträgt die Gesamtzahl der Fälle mittlerweile (Stand: 20. November, 0 Uhr), 7896. Im Vergleich zum Vortag kamen 174 Betroffene hinzu. In Vaihingen galten laut Homepage der Stadt am Donnerstag 65 Menschen als infiziert.

Die Stadt Pforzheim hat weitere Meldungen von Corona-Infektionen an einer Schule erhalten: An der Ludwig-Erhard-Schule seien im Lauf der Woche insgesamt sieben Schüler positiv getestet worden. Zur Lage an den Schulen äußert sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Pforzheim/Enzkreis. Die mit rund 1400 Mitgliedern größte Bildungsorganisation in Pforzheim und dem Enzkreis fordert in einer Presseerklärung durch ihre Vorsitzenden Dietrich Gerhards und Joachim Eichhorn, beide auch Schulleiter im Enzkreis, dass bei aller Corona-Vorsicht auch auf die Gesundheit der Lehrkräfte geachtet wird. „Lehrerinnen und Lehrer arbeiten zurzeit, wie viele andere Berufsgruppen auch, unter besonderen Herausforderungen mit enormen Belastungen“, sagt Gerhards und fügt hinzu: „Aber sie sind auch jeden Tag besonderen Gefahren ausgesetzt. Bei unseren privaten Kontakten sollen wir unsere Begegnungen auf nur einen anderen Haushalt beschränken, in der Schule arbeiten wir manchmal mit rund 80 Haushalten gleichzeitig.“ Grundlage der Entscheidung, die Schulen offen zu lassen, seien das Problem der Betreuungslücke bei den Eltern der jüngeren Kinder und die Forderung der Wirtschaft nach lückenloser Arbeitsleistung. Es fehle an sinnvollen Konzepten zum Schutz der Kinder und Lehrer. „Alle Beteiligten sollten über eine andere Organisation des Unterrichts nachdenken“, sagt Joachim Eichhorn. „Wenn wir an den Schulen den Präsenzunterricht für alle wollen, dann nur mit den hohen Sicherheitsstandards, den die Schulen so aber nicht leisten können.“

Die lokale GEW fordere mindestens für die Sekundarstufe ab Klasse 5 einen Wechselunterricht, der laut Eichhorn nach den Gegebenheiten der jeweiligen Schule ausgerichtet werden könnte. „Warum nicht die Schüler tage- oder wochenweise zum Unterricht kommen lassen, das wäre die beste Mischung zwischen der dringend notwendigen Präsenz in der Schule und dem guten Gefühl, alles gegen eine Weiterverbreitung des Virus getan zu haben. Die Hygienevorgaben ließen sich so tatsächlich wirksamer umsetzen.“

Artikel empfehlen