Arbeitsmarkt trotzt der Pandemie

Pforzheim

Arbeitslosenquote entwickelt sich im März in der Region im Vergleich zum Vormonat positiv. Vor einem Jahr sahen die Zahlen jedoch besser aus. Die Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim hat eine positive Nachricht für junge Menschen, die eine Ausbildung anstreben.

Die Entwicklung auf dem regionalen Arbeitsmarkt im März.Foto: ©Ridvan - stock.adobe.com/Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim.

Die Entwicklung auf dem regionalen Arbeitsmarkt im März.Foto: ©Ridvan - stock.adobe.com/Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim.

(Foto: Ridvan - stock.adobe.com)

Enzkreis/Pforzheim (pm). Trotz der anhaltenden Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie ist der Arbeitsmarkt im Nordschwarzwald sehr widerstandsfähig. Zu diesem Schluss kommt Martina Lehmann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim. „Wir sind bisher verhältnismäßig gut durch diese historische Krise gekommen. Durch die schnelle Auszahlung des Kurzarbeitergeldes konnten wir unseren Unternehmen dabei helfen, ihre Beschäftigten zu halten. Entlassungen in größerem Umfang konnten so vermieden werden.“ Lehmann appelliert an die Betriebe, die Möglichkeiten zur Förderung der betrieblichen Qualifizierung gerade auch während der Kurzarbeit noch stärker zu nutzen. „Der Arbeitsmarkt vor Corona war geprägt durch den Strukturwandel in der Automobilindustrie und die fortschreitende Digitalisierung. Und dieser Prozess wird durch die Corona-Krise nicht unterbrochen, sondern eher beschleunigt. Wir beraten daher gerade jetzt sehr intensiv auch die Beschäftigten rund um die Thematik Weiterbildung und finanzielle Unterstützung. Denn Kurzarbeit heißt, dass Zeit für notwendige Weiterbildung vorhanden ist“, so die Agenturchefin.

Die Pandemie erschwert es den Unternehmen allerdings, längerfristig zu planen. Sie sind mit Neueinstellungen deshalb eher zurückhaltend. Betriebe und Verwaltungen meldeten im Zuständigkeitsbereich der Agentur Nagold-Pforzheim in den vergangenen vier Wochen 1071 offene Stellen. Das sind 109 weniger als im Februar und 33 weniger als vor einem Jahr. 1177 junge Menschen suchen derzeit noch einen Ausbildungsplatz. Für sie gibt es auf dem Ausbildungsmarkt aktuell 2240 Lehrstellen.

Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim ist von Februar auf März um 505 auf 15497 zurückgegangen. Der Vergleich zum Vorjahr fällt dagegen schlechter aus: Im März 2020 waren 3423 weniger Menschen ohne Job. Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – sank im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 3,5 Prozent. Zum Instrument der Kurzarbeit, das in der Pandemie eine große Hilfe ist, liegt für den Monat November eine erste Hochrechnung vor, wie viel Kurzarbeit von den Unternehmen tatsächlich realisiert wurde: Demnach waren im November 2020 im Bezirk der Agentur 22885 Beschäftigte in 2428 Unternehmen in Kurzarbeit. „Da Unternehmen drei Monate Zeit haben, den Antrag auf Kurzarbeitergeld bei der Arbeitsagentur einzureichen, liegen die Zahlen für die realisierte Kurzarbeit erst mit zeitlicher Verzögerung vor“, teilt die Agentur mit.

Arbeitslosengeld bezogen 8983 Personen. Die Zahl war im Vergleich zum Februar um 675 Menschen rückläufig. Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger stieg jedoch um 170 auf 6514. „Unter den sieben Geschäftsstellen der Arbeitsagentur Nagold-Pforzheim hat Calw mit 3,5 Prozent den besten Wert. Es folgen Horb, Mühlacker und Nagold mit jeweils 3,8 Prozent, Freudenstadt mit 3,9 Prozent, Bad Wildbad mit 4,9 Prozent und Pforzheim mit 5,4 Prozent.“ Die Arbeitslosenquote liegt im Enzkreis bei 3,6 und in Pforzheim bei 7,5 Prozent. Im März des Vorjahres lag die Quote im Enzkreis noch bei 2,6 Prozent. Gemeinsam mit dem Ostalbkreis und dem Landkreis Sigmaringen belegt der Enzkreis aktuell Platz elf in Baden-Württemberg. Insgesamt waren im März 4053 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 2779 in der Arbeitslosenversicherung und 1274 in der Grundsicherung. Im März wurden 225 Stellenangebote gemeldet und damit 36 mehr als im Vormonat. Derzeit sind 903 offene Stellen im Bestand, 120 weniger als im März 2020.

Die Arbeitslosenquote ging in Pforzheim im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent zurück. Im März 2020 lag sie noch bei 6,0 Prozent. Damit bleibt Pforzheim vor Mannheim (7,6 Prozent) weiter auf dem vorletzten Platz im Land. Mitte März waren im Bezirk der Agentur 4166 offene Stellen gemeldet, 213 mehr als im Vormonat, allerdings 229 weniger als vor einem Jahr. Insgesamt waren 221275 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, das sind 1508 weniger als ein Jahr zuvor.

Bei den Lehrstellen übersteigt das Angebot die Nachfrage deutlich. Die Botschaft der Arbeitsagentur an die jungen Menschen lautet: „Ihr werdet gebraucht!“ Agentur-Chefin Lehmann: „Am besten einen Beratungstermin bei unserer Berufsberatung vereinbaren. Wir bieten telefonische und Videoberatung an.“

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