Umfrage: Leute überschätzen Deutschlands Beitrag zu Entwicklungshilfe
Panorama
Eine neue Umfrage offenbart ein großes Missverhältnis zwischen dem gefühlten Aufwand für Entwicklungszusammenarbeit und den Tatsachen.
Deutschlands Ausgaben für ärmere Länder werden in der Bevölkerung offensichtlich gewaltig überschätzt (Symbolfoto).
(Foto: imago/photothek/Michael Gottschalk/photothek.net)
Von red/KNA
Deutschlands Ausgaben für ärmere Länder werden in der Bevölkerung offensichtlich gewaltig überschätzt. Bei einer aktuellen Umfrage bezifferten die gut 1.300 Befragten den Anteil der Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit am Bruttoinlandsprodukt im Mittel auf 12 Prozent, so die Initiative Global Impact Deutschland. Tatsächlich belief sich dieser Anteil 2025 laut Berechnungen der internationalen Wirtschaftsorganisation OECD aber gerade einmal auf 0,56 Prozent. Die Zahlen liegen der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vor.
Hilfen gegen Klimawandel nachrangig wahrgenommen
Gefragt nach einer angemessenen Höhe solcher Investionen, sprachen sich die Befragten im Durchschnitt für 10 Prozent aus. Das Institut Pollytix hatte für die Initiative Global Impact Deutschland eine Online-Befragung durchgeführt. Die Zahlen wurden gemäß amtlicher Statistik gewichtet, um als repräsentativ gewertet werden zu können.
Fragt man Deutschlands Wahlberechtigte, in welche Felder der Entwicklungszusammenarbeit mehr Geld fließen sollte, sprechen sie sich am häufigsten für "Bildung" (71 Prozent), "Lokale Infrastruktur" (67 Prozent), "Sicherheit, Stabilität und Frieden" (55 Prozent) oder "Nachhaltiges Wirtschaftswachstum" (52 Prozent) aus. Bei "Klimawandel global bekämpfen" überwiegt mit 36 Prozent der Wunsch nach Kürzung, 33 Prozent sind für Erhöhung, 29 Prozent für gleich hohe Investition.