Reisewarnung für die Türkei: Von diesen Provinzen raten die USA ab
Panorama
Abgefangene iranische Raketen und abgezogenes Konsulatspersonal: Die USA verschärfen ihre Reisehinweise für die Türkei.
Patriot-Luftbwehr in der Türkei.
(Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa)
Von Michael Maier
Das US-Außenministerium hat am 8. März 2026 seine Reisehinweise für die Türkei verschärft, wie auch auf einer Karte zu sehen ist. Während das Land als Ganzes weiterhin auf Stufe 2 („Exercise Increased Caution“) eingestuft wird, gilt für die südöstlichen Provinzen nun eine klare „Do-Not-Travel“-Empfehlung aufgrund erhöhter Terrorismusgefahr und bewaffneter Konflikte in der Region.
Wie zuvor schon in Ägypten verlassen Amerikaner zum Teil das Land. Die US-Reisewarnung („Do Not Travel“) betrifft folgende Provinzen:
- Adana
- Adiyaman
- Batman
- Bingol
- Bitlis
- Diyarbakir
- Elazig
- Gaziantep
- Hakkari
- Hatay
- Icel
- Kilis
- Kahramanmaras
- Malatya
- Mardin
- Mus
- Osmaniye
- Siirt
- Sanliurfa
- Sirnak
- Tunceli
- Van
USA ziehen Konsulatspersonal aus Türkei ab
Besonders alarmierend: Am 9. März ordnete das US-Außenministerium die Ausreise nicht unbedingt notwendigen US-Regierungspersonals aus dem Konsulat in Adana an und suspendierte dort alle konsularischen Dienste. US-Bürgern in der südöstlichen Türkei wird dringend empfohlen, die Region umgehend zu verlassen.
Die verschärften Sicherheitshinweise kommen nicht von ungefähr. Nur einen Tag später, am 9. März, gab das türkische Verteidigungsministerium bekannt, dass die NATO-Luftabwehr eine ballistische Rakete aus dem Iran abgefangen hat, die in den türkischen Luftraum eingedrungen war. Einige Trümmerteile fielen auf freies Gelände in der Provinz Gaziantep im Süden des Landes, Verletzte gab es glücklicherweise nicht.
Zweimal Raketenalarm in der Türkei
Dies war bereits der zweite Vorfall dieser Art innerhalb einer Woche. Schon am 4. März wurde eine mutmaßlich iranische Rakete abgeschossen, die sich in Richtung des türkischen Luftraums bewegte. Die NATO verurteilte den Iran umgehend dafür, die Türkei „ins Visier zu nehmen“.
Bislang keine generelle Reisewarnung für die Türkei
Trotz der angespannten Lage seit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran am 28. Februar 2026 besteht von Seiten Deutschlands derzeit keine allgemeine Reisewarnung für die gesamte Türkei. Das deutsche Auswärtige Amt rät jedoch von nicht erforderlichen Reisen in bestimmte Grenzregionen im Südosten und Osten des Landes ab.
Die deutschen Reisehinweise betreffen folgende Provinzen:
- Agri
- Hakkari
- Igdır
- Mardin
- Sanlıurfa
- Sırnak
- Van
Österreichische Reisewarnung für Ballungsräume in der Türkei
Die klassischen Urlaubsregionen an der Ägäis und der türkischen Riviera sind von den direkten Sicherheitsbedenken nicht betroffen. Das österreichische Außenministerium sieht dort nur Stufe 2 (gelb) und damit ein geringeres Risiko als in den Ballungsräumen der Türkei (Stufe 3).
Das britische Außenministerium rät von Reisen in einen zehn Kilometer breiten Streifen entlang der syrischen Grenze ab und verweist auf mögliche Beeinträchtigungen durch eine „regionale Eskalation“.
Sensible Flugverbindungen in Nahost
Reisende sollten jedoch bedenken, dass es aufgrund der Situation im Nahen Osten zu Beeinträchtigungen im Flugverkehr kommen kann. Temporäre Luftraumsperrungen können zu Umleitungen, Verspätungen oder Flugausfällen führen. Besonders anfällig sind Verbindungen mit Umstieg in Golfstaaten. Direktflüge aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz in große türkische Städte gelten derzeit als vergleichsweise stabil, können aber ebenfalls kurzfristigen Änderungen unterliegen.