Das wird schon . . . irgendwie

Panorama

Die Italiener werden hierzulande als chaotisch und desorganisiert wahrgenommen. Dabei sind sie Experten für das Glück des Moments. Wir könnten viel von ihnen lernen.

Resilienz durch Genuss – Italiens Überlebensprinzip

Resilienz durch Genuss – Italiens Überlebensprinzip

(Foto:  )

Si sta bene“, sagt der Italiener, wenn es ihm gerade gut geht, er sich wohl fühlt und nichts weiter begehrt als das, was ihm der Augenblick zu genießen gegeben hat. Das kann Verschiedenes sein: Eine 27-Meter-Segeljacht, die gut im Wind liegt, ein panino mit würziger porchetta, das gut in der Hand liegt, ein Plastikstuhl in der Sonne. Freuden des Augenblicks, nichts für die Ewigkeit, aber etwas, das belohnt, erfreut und tröstet, Reich und Arm gleichermaßen. Denn der Alltag ist auch im Bel Paese oft trüb, ein weites Meer aus Mühsal, aus welchem sich aber zahllose Inselchen des momentanen Glücks erheben. Die Italiener sind eine Seefahrernation und wissen ihr Eiland, wo für ein Stündchen Milch und Honig fließt, zielsicher anzusteuern. Ich nenne diesen inneren Kompass, diesen sechsten Sinn für das momentane Glück Sistabenismo. Unübersetzbar, Sie finden es in keinem Wörterbuch. Die Italiener selbst wissen folglich auch nichts von jener Gabe, die ihnen der liebe Gott mit auf den steinigen Lebensweg gegeben hat. Sie praktizieren ihn einfach, den Sistabenismo, instinktmäßig, jeder für sich, und leben so im Großen und Ganzen recht erträglich.

Wir freuen uns, dass Sie sich für einen logo Artikel interessieren. Jetzt registrieren und weiterlesen.

  • Alle Webseiteninhalte
  • Inklusive aller logo Artikel
  • Jederzeit kündbar

Sie sind bereits Abonnent? Hier einloggen