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Gerhard Polt landet mit den „Well-Brüdern aus’m Biermoos“ einen bayrischen Coup im voll besetzten Kongresszentrum (CCP)
Den Test haben die annähernd 2000 Besucher im Pforzheimer Kongresszentrum am Montag bestanden. Sie sind eindeutig des Bayerischen mächtig.
Auf die Macht der Worte und der Musik setzen Gerhard Polt und die Well-Brüder Michael, Karl und Christoph (v.re.). Zum Einsatz kommen unzählige Instrumente von Harfe und Gitarre über Tuba und Bach-Trompete bis Akkordeon und Alphorn, die die Musiker virtuos beherrschen. Foto: Roth
Pforzheim. Laute Buhrufe und ein Raunen (der Badener) als Antwort auf das Begrüßungslied der „Well-Brüder aus’m Biermoos“ in der „frühlingshaft geschmückten Mehrzweckhalle von Pforzheim, der Goldstadt im Schwabenland“ bezeugen dies. Sie nehmen’s mit einem Grinsen wahr und zupfen fein(sinnig) die Harfe. Doch das ruft nicht den „Münchner im Himmel“, sondern einen „Grantler im CCP“ auf den Plan: An Harfe, Akkordeon, Gitarre und Bass-Tuba der neu aus „Biermösl Blosn“ (Christoph und Michael Well) und „Guglhupfa“ (Karl Well) zusammengemixten „Well-Brüder aus’m Biermoos“-Band vorbei schlurft das Urviech im Janker an seinen Platz. Nicht auf der Wolke, auf einem schlichten Stuhl nimmt Gerhard Polt Platz, mit typisch unbewegtem Gesicht und verschränkten Armen. Die entknotet er aber, sobald die Well-Brüder fertig gejodelt haben, um mit dem Zeigefinger in der Luft herumzurühren. Schließlich hat er schon einiges gesehen, und deshalb will er seinem Enkel, dem „Bubi“, und damit auch dem Publikum an Weisheiten etwas mit auf den Weg geben. Wenn es sein muss auch die Demokratie, die „es früher nicht gegeben hat, weil man’s nicht gebraucht hat“. Und auch die Meinungsfreiheit. „Wunderbar. Aber was is’, wenn man keine hat?“ Und dann das mit den „Tschalafisten“: „Recht und schön, aber ein alter Hut. Umbracht wurde schon immer.“ Letztlich habe man zum Beispiel der Guillotine etwas zu verdanken: „Da wurde so lang geköpft, bis die Demokratie da war.“ Starker Tobak, im bayrischen Weißwurst-Dampf, im Zigarrenqualm und Bier-Dunst serviert. Aber der bayrischen Logik ist nicht ohne weiteres beizukommen.
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