Zielsicher ins nächste Fettnäpfchen
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Profitlich im Kulturhaus Osterfeld
Pforzheim. Einfach mal Fünfe grade sein lassen und so herzlich lachen, dass die Schuppen aus den Haaren fallen: Wenn man das mit jemandem kann, dann mit Markus Maria Profitlich. Es ist nicht unbedingt schwere Kost, die er als Bofrost-Mitarbeiter im Kulturhaus Osterfeld tiefgekühlt und knackig frisch serviert. Aber es nährt die nach Entspannung lechzende Seele ungemein. Und Markus Maria Profitlich schmeckt es auch, im doppelten Wortsinn. Sowohl sein eigenes Programm als auch das Essen. Da kennt er nichts, mit T-Shirt-Wechsel und engem Trikot steht er zu seinen Rundungen, sie sind sein Markenzeichen. Das auch optische Schwergewicht der Stand-Up-Comedy zeigt vor großem Publikum, was es heißt, ein „Stehaufmännchen“ zu sein. So heißt sein neues Programm samt Buch.
Der 53-Jährige sucht derzeit wieder auf Tournee den direkten Kontakt zum Publikum. Vielleicht will er einfach mal wieder live hören, dass er es schafft, Leute zum Lachen zu bringen. Und das gelingt ihm schon mit dem ersten Augenzwinkern bestens. Da gehört bei Markus Maria Profitlich, der einst Schreiner war, bevor er im Comedy-Fach auf Anhieb dicke Bretter bohrte, nicht viel dazu, der Mann hat nämlich eine ausgesprochen unterhaltsame Mimik, gepaart mit einer für seine Leibesfülle erstaunlichen Leichtigkeit. Sogar die Schwerkraft straft er an diesem Abend (fast) Lügen als tänzelnde Polit-Ballerina aus Russland. „Krise“ schreit er, dabei Geldscheine und eine Geldbörse um sich werfend – „die Börse geht baden“. Die scheinbaren Backstage-Filmchen tragen außerdem zur Unterhaltung bei, in denen er einen dumpfbackigen Security-Mann gibt, der normalerweise im Stardust an der Tür steht. „Das ist englisch und heißt...“ – minutenlanges Augenrollen, offensichtliche Fehlversuche, Gehirn-Synapsen zu verbinden, wo gar keine sind, folgen. Dann der Geistesblitz, garniert mit einem großartigen Aufreißen der Augen: „Das heißt Disco.“ Aha. Und nur, dass man es auch weiß: „Flaschen sind nicht erlaubt an diesem Verwahrlosungsort. Das gilt für Getränke und Ehemänner.“
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