Wege zur direkten Demokratie
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Paul Renner (23) ist Autor und Co-Herausgeber einer Buchreihe zum Thema Bürgerbeteiligung
Mühlacker. „Spätestens die Proteste bei Stuttgart 21, der Erweiterung des Flughafens in Frankfurt oder dem Bau der Dresdner Waldschlösschenbrücke haben gezeigt: Die Bürger möchten auf die konkrete Ausgestaltung ihres unmittelbaren Lebensumfelds stärker als bisher Einfluss nehmen“, sagt Paul Renner (23) aus Mühlacker, stellvertretender Kreisvorsitzender der Juso und der SPD Pforzheim-Enzkreis, der sich am 17. Februar nach dem Rücktritt des bisherigen Kreisvorsitzenden Nils Nonnenmacher (MT berichtete) um dessen Nachfolge bewerben wird. Renner weiß aber auch, dass Bürgerbeteiligung nicht nur viele Facetten hat, sondern auch mit Tücken behaftet sein kann. Beispiel: der Bürgerentscheid in Mühlacker zur Gewerbeentwicklung, der „unecht“ gescheitert sei, weil das nötige Quorum von 20 Prozent aller Wahlberechtigten, die mit „Ja“ oder „Nein“ stimmen sollten, sich als zu hoch erwiesen hat. „Die Einzelfrage, die bei der Abstimmung behandelt wurde, besaß nicht für alle Personenkreise dieselbe Relevanz“, stellt Renner fest. Ebenso könnte die Thematik zu komplex gewesen sein. Dennoch ist Renner der festen Überzeugung: „An Bürgerbeteiligung führt kein Weg vorbei.“
Paul Renner ist erst 23 Jahre alt und bereits Autor und Co-Herausgeber für eine Fachbuchreihe zum Thema Bürgerbeteiligung. Foto: Goertz
Deshalb arbeitet der studierte Sozialwissenschaftler, der sich nach seinem Bachelor im Masterstudiengang mit Planung und Partizipation beschäftigt, an einem Buchprojekt der „Akademie für lokale Demokratie“ mit. Der erste Band der fünfteiligen Reihe, die im renommierten Oekom-Verlag publiziert wird, ist am gestrigen Donnerstag erschienen. Paul Renner ist nicht nur einer der Autoren, sondern auch Mit-Herausgeber. „Die fünf Bände, die aufeinander aufbauen, genügen wissenschaftlichen Ansprüchen, sind aber gleichzeitig von Praktikern geschrieben, die ihre Aussagen anhand von Beispielen veranschaulichen“, macht Renner deutlich, dass die Buchreihe kein Experten-Latein sein soll, sondern sich an alle Interessierte wendet, die mehr über das Thema Bürgerbeteiligung erfahren möchten.
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