Vereinssport muss zurückstecken

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Maulbronn. Besonders betroffen ist die Breitensport-Abteilung des TSV Maulbronn, in der auch die Turner organisiert sind. Sie begannen seither jeden Montag um 16 Uhr in der Schefenacker-Sporthalle mit dem Eltern-Kind-Turnen, an dem Zwei- bis Fünfjährige teilnehmen. Nun aber haben die Schüler des Salzachgymnasiums dort bis 16.45 Uhr Sportunterricht. Für Jugendleiterin Heidi Wilhelm ein Problem: „Vielen Eltern ist das zu spät“, fürchtet sie, dass einige der Teilnehmer abspringen könnten. Seit Kurzem beginnt die Turnstunde für die Kleinsten erst gegen 16.50 Uhr. Vor allem die ersten beiden Gruppen mit den Zwei- und Dreijährigen sowie den Vier- und Fünfjährigen seien benachteiligt. „Unsere dritte Gruppe mit den Sechsjährigen geht noch eher, weil nach uns niemand in der Halle ist“, erklärt Wilhelm. So wird die Turnstunde einfach ein wenig verlängert, bis schließlich die Tischtennisspieler des TSV Zaisersweiher zum Training kommen. An einen Wechsel auf einen anderen Wochentag ist kaum zu denken. Erstens ist die Lage an anderen Tagen kaum anders, und zweitens: „Das Eltern-Kind-Turnen am Montag ist einfach eine Institution“, so Heidi Wilhelm, die sich dort seit 15 Jahren engagiert.

Der Kindersport in der Schefenacker-Sporthalle – hier eine Vorführung vor einigen Jahren bei einer Vereinsfeier – muss mit weniger Trainingszeit auskommen. Foto: Fotomoment

Der Kindersport in der Schefenacker-Sporthalle – hier eine Vorführung vor einigen Jahren bei einer Vereinsfeier – muss mit weniger Trainingszeit auskommen. Foto: Fotomoment

Kleiner wird auch das Repertoire an Aktionen, mit dem die Übungsleiterinnen spielen können. Anders als noch vor den Sommerferien könnten sie nicht mehr vor Beginn der Kinderturnstunde aufbauen, sondern müssten dies im laufenden Sportbetrieb machen, weil bis kurz vorher noch die Schüler in der Halle seien. Mit Kästen und anderen Turngeräten eine spitzenmäßige Ritterburg zu zaubern, auf der die Kinder klettern und toben können, ist so kaum mehr möglich. Einschränken müssen sich auch die älteren Mitglieder der Abteilung: Für das Geräteturnen und Leistungsturnen stünden teilweise nur noch ein Hallendrittel statt zwei zur Verfügung. „Die Situation ist nicht zufriedenstellend“, macht Wilhelm klar. Und sie habe sich während der vergangenen Wochen noch verschärft, da auch Leichtathleten und Fußballjugend im Winterhalbjahr ihr Training zunehmend in die Hallen verlegen.

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