VdK warnt vor Pflegenotstand
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Sozialverband fordert seniorenpolitische Gesamtkonzepte
Enzkreis (pm). Spätestens im Jahr 2030 könnten die Kommunen im Enzkreis vor einem massiven Pflegeproblem stehen, wenn die örtlichen Versorgungsstrukturen nicht stärker an den wachsenden Anteil pflegebedürftiger und demenzkranker Menschen angepasst würden. Davor warnt, auch unter dem Eindruck der Kommunalwahlen, der Sozialverband VdK. Die Zahl der Pflegebedürftigen im Kreis mit Pflegestufe I bis III, die 2011 bei rund 5600 lag, wird nach Expertenschätzungen bis 2030 um 54 Prozent auf rund 8650 Betroffene anwachsen; voraussichtlich 4200 Menschen werden dann unter Demenz leiden. „Die heutige Versorgungslandschaft ist darauf nur unzureichend ausgerichtet“, mahnt die VdK-Kreisverbandsvorsitzende Ingrid Benda. „Pflege findet vor Ort statt, in den Städten und Gemeinden. Ein wichtiges Ziel der Lokalpolitik muss es sein, die kommunalen Strukturen im Hinblick auf altengerechtes Wohnen und Leben zu stärken.“
Eine zukunftsorientierte Pflege- und Seniorenpolitik beginne für den VdK bei der kommunalen Planung, heißt es in einer Mitteilung. Kommunen und Kreise müssten eine Bestandsaufnahme der Wohn- und Lebenssituation sowie des Bedarfs an sozialen, Wohn-, Pflege-, Versorgungs- und Dienstleistungsangeboten vornehmen. Die Erkenntnisse sollten in ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept einfließen. Auch das Angebot an Wohn- und Pflegeberatung sollte ausgebaut werden, etwa durch wohnortnahe Wohnraumberatungsstellen und Pflegestützpunkte. Untersuchungen zeigten, dass bundesweit 95 Prozent der älteren Menschen täglich mit erheblichen Barrieren in ihrer Wohnung konfrontiert seien. Barrierefreies Wohnen müsse daher ein vorrangiges Ziel der kommunalen Wohnungspolitik werden. Ebenso erfordere ein altersgerechtes Wohnumfeld Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und einen gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr.
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