Unfeierlich

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Abstandhalten, Vorsicht, Rücksichtnahme – war da was?

Es ist der letzte Tag auf Erden, an dem es möglich sein wird, Dosenbier einzukaufen, sich mit eingeschweißten Bratwürsten einzudecken, dem quengelnden Kind nachzugeben und aus dem Backautomaten eine Brezel zu ziehen, die noch vor dem Bezahlen im spärlich möblierten Mund landen wird. Es ist der letzte Tag, an dem die Läden öffnen und dringendste Bedürfnisse befriedigt werden können. Die Chance kommt nicht wieder. Das Motto: „Jetzt oder nie.“

Dieser Eindruck jedenfalls drängt sich einer Ötisheimerin auf, die das Glück oder Unglück hat, zum ganztags arbeitenden Teil der Bevölkerung zu gehören. Sie kann sich ihre Zeit nicht frei einteilen und wagt sich daher am frühen Freitagabend, dem für sie einzig möglichen Termin, in zwei große Märkte der Großen Kreisstadt. Sie wird es schon bei der Einfahrt auf die proppenvollen Parkplätze bereuen, denn offenbar reicht das Wissen um den am Samstag folgenden Einheitsfeiertag aus, um die halbe Bevölkerung gleichzeitig in Alarmstimmung zu versetzen. Es muss eingekauft werden – und zwar jetzt. Das kennt man von den Tagen vor Weihnachten, mitunter vom Gründonnerstag oder anderen Zeitpunkten im Jahr, an denen eine einkaufstechnische Auszeit am Horizont dräut. Doch am 2. Oktober?

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