Trotz Handicap im neuen Job angekommen

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Landwirt aus dem Enzkreis gibt schwerbehindertem Menschen eine Chance und wird dabei von der Arbeitsagentur unterstützt

Enzkreis (pm). Schwerbehindert, über 50 Jahre alt und arbeitslos – diese Eigenschaften brachte Frank Schlagenhof mit, als er sich bei seinem künftigen Arbeitgeber, dem Landwirt Helmut Walker, in Straubenhardt-Feldrennach vorstellte. Er kann wegen eines Unfalls seinen rechten Arm nur noch stark eingeschränkt bewegen. Schlagenhof hatte am Ende Erfolg: Nach einem Praktikum stand fest, dass ihn der Landwirt trotz seiner Schwerbehinderung nimmt. Der Einstellung ging jedoch einiges voraus: Frank Schlagenhof arbeitete bis zu seinem Motorradunfall in den 80er Jahren in seinem erlernten Beruf als Metzger. Es folgten eine Rente auf Zeit für die Dauer von zwölf Jahren und anschließend ein Wiedereinstieg ins Erwerbsleben. Allerdings konnte er den Beruf des Metzgers nicht mehr ausüben und fand bald als Lagerhelfer und Rundschleifer in verschiedenen Betrieben eine Beschäftigung. Nachdem der letzte Arbeitgeber seine Produktion ins Ausland verlagert hatte, wurde Schlagenhof im Herbst 2011 arbeitslos. Als älterer Arbeitnehmer in einem Helferberuf und dazu mit einem Handicap hatte er wenig Hoffnung, schnell wieder eine Arbeit zu finden.

„Eigens für diesen Personenkreis finanziert die Arbeitsagentur alljährlich Bildungsmaßnahmen, die die Chancen Schwerbehinderter auf dem Arbeitsmarkt deutlich verbessern“, sagt Jürgen Schwab, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim. Schlagenhof besuchte zwei Bildungsmaßnahmen, bekam dort berufliches und Bewerbungscoaching. „Ich habe mich ständig beworben und sogar eigene Flyer in Betrieben verteilt“, berichtet Schlagenhof aus seiner Vergangenheit, „aber leider ohne Erfolg“. Der Zufall wollte es, dass auf dem benachbarten Bauernhof ein Helfer in der Landwirtschaft gesucht wurde. Der Feldrennacher, der nur in 500 Metern Entfernung wohnt, ergriff die Chance. Mit Hilfe des Bildungsträgers und der Arbeitsagentur kam es zunächst zu einer geförderten Maßnahme beim Arbeitgeber, um zu testen, ob ein Arbeitsplatz dieser Art durch einen Schwerbehinderten überhaupt besetzt werden kann. Immerhin sind 25 Kühe und neun Kälber zu versorgen, außerdem brauchte der Landwirt einen Helfer, der ihm auch sonst zur Seite steht. Der Umgang mit dem Traktor ist dabei unerlässlich. Das alles war für Schlagenhof kein Problem. „Ich bin froh, dass ich in ihm einen solch zuverlässigen und fleißigen Helfer gefunden habe“, freut sich der Landwirt, der zudem noch 110 Hektar Grün- und Ackerland zu versorgen hat. Seit Oktober 2012 ist Schlagenhof in seinem neuen Beruf tätig. Am Traktor hat man eine kleine Umrüstung vorgenommen, um dem Schwerbehinderten diese Arbeit zu ermöglichen. Die Arbeitsagentur Nagold-Pforzheim konnte das unbefristete Beschäftigungsverhältnis fördern und so die anfänglichen Leistungsdefizite ausgleichen. „Von der guten Arbeitsmarktentwicklung der vergangenen Jahre konnten auch Schwerbehinderte profitieren, allerdings nicht ganz so stark wie alle Arbeitslosen. Es freut mich deshalb sehr hier einen Arbeitgeber anzutreffen, der einem älteren Arbeitslosen die Möglichkeit gibt, wieder am Arbeitsleben teilzuhaben. Dies trägt dem Gedanken der Inklusion Rechnung“, stellt Jürgen Schwab fest, der den Feldrennacher auf dem Bauernhof von Helmut Walker im Rahmen der „Aktionswoche der Menschen mit Behinderung“ der Bundesagentur für Arbeit besucht hat.

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