Spektakel mit 70000 Teilnehmern
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Mühlacker/Heidelberg. Alle vier Jahre findet das Deutsche Turnfest statt, und das seit 1860. Zum vierten Mal wird es 2013 als Internationales Deutsches Turnfest veranstaltet, und erstmals ist es nicht an eine einzelne Stadt vergeben worden, sondern an eine ganze Gegend. Die Metropolregion Rhein-Neckar ist vom 18. bis 25. Mai 2013 Gastgeber des Sportspektakels, zu dem mehr als 70000 Teilnehmer aus über 40 Nationen sowie mehr als 20000 Gäste pro Tag erwartet werden. Rund 10000 freiwillige Helfer werden notwendig sein, das Großereignis auf die Beine zu stellen. Ein Budget von 10,2 Millionen Euro ist veranschlagt. Dass seine Idee einmal solche Ausmaße annehmen würde, hätte sich Friedrich Ludwig „Turnvater“ Jahn wohl kaum träumen lassen, als er 1811, also vor genau 200 Jahren, die Turnbewegung begründete und auf der Berliner Hasenheide den ersten Turnplatz errichtete. „Sein Gedanke dabei war militärisch. Er wollte junge Männer körperlich so fit machen, dass sie Kriege eher überlebten“, verrät Sibylle Richter den historischen Kontext. Die breite Bevölkerung fit zu machen, ist bis heute ein Anliegen der Turnbewegung, freilich mittlerweile ohne militärische Hintergedanken.Zehn Sportarten ermitteln im Rahmen des Turnfestes ihre Deutschen MeisterBei der konstituierenden Sitzung des Turnfest-Präsidiums in dieser Woche hat Sibylle Richter die Leitung von insgesamt 21 Arbeitskreisen übernommen, die sie in nächster Zeit mit dafür geeigneten Personen besetzen muss. „Da habe ich schon genügend und die richtigen Kontakte. Und ich kenne auch meine Pappenheimer“, sagt die Lienzingerin. Sie hat also schon eine vage Vorstellung, wen sie mit welcher Aufgabe betraut, bei wem es von alleine flutscht und bei wem sie dann immer mal wieder nachhaken muss.
Sportliche Wettkämpfe und Vorführungen mit viel guter Laune und jubelnden Zuschauern: Teilnehmer aus dem Turngau Neckar-Enz marschieren vor rund zwei Wochen bei der Welt-Gymnaestrada in Lausanne ins Stadion ein. So stimmungsvoll soll auch das Internationale Deutsche Turnfest 2013 in Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen werden.Fotos: privat
Das Organisationskommittee besteht aus einem zwölfköpfigen Präsidium, dem auch Sibylle Richter angehört, einer siebenköpfigen Steuerungsgruppe und etlichen Arbeitskreisen sowie einem mit 27 Personen besetzten Beirat, dem unter anderem auch die Bürgermeister der beteiligten Kommunen angehören. Neben den Städten Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen sind 15 weitere Städte und Gemeinden in das Fest eingebunden, stellen Schulen als Unterkünfte zur Verfügung sowie ihre Sporthallen und Sportplätze für die Wettkämpfe, darunter die Deutschen Meisterschaften in insgesamt zehn Sportarten, beispielsweise Geräteturnen und Trampolinturnen. „Daran können auch Sportler aus dem Ausland teilnehmen. Am Ende gibt es dann zwei Siegerlisten: eine deutsche und eine internationale Siegerliste“, erklärt Sibylle Richter.
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