Sekundenschlaf: Unfälle vermehrt am Tag

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Vier Schwer- und zwei Leichtverletzte im Jahr 2017 – Monotones Fahren auf geraden Strecken steigert die Müdigkeit

Enzkreis/Pforzheim. Wer im Straßenverkehr unterwegs ist, der weiß, dass schon eine Sekunde Ablenkung oder Unaufmerksamkeit einen schweren Unfall zur Folge haben kann. So ging es vor wenigen Tagen einem 20-jährigen Fahrer auf der A8 bei Heimsheim, der kurzzeitig eingeschlafen war und sich infolgedessen mit seinem Mercedes überschlagen hatte.

In Pforzheim und dem Enzkreis habe es 2017 insgesamt 15 Verkehrsunfälle gegeben, weil Autofahrer übermüdet gewesen seien, berichtet Rainer Rauser vom Sachbereich Verkehr im Präsidium Karlsruhe. Die gute Nachricht: Bei keinem dieser Unfälle sei ein Todesopfer zu beklagen gewesen. Doch dennoch seien Personenschäden nicht ausgeblieben. Zusammengerechnet hätten sich vier Menschen schwere und zwei weitere leichte Verletzungen zugezogen. Bei dem Unfall in Heimsheim war der Fahrer relativ jung. „Wir haben für einen Zusammenhang mit dem Alter keine Anhaltspunkte, weil sich die Verursacher auf alle Altersgruppen verteilen.“ 2017 sei der jüngste Beteiligte 18, der älteste 67 Jahre alt gewesen. Besser erklären lässt sich das Zustandekommen von solchen Unfällen anhand der Örtlichkeit. „Durch monotones Fahren auf langen und überwiegend geraden Strecken wie Autobahnen mit wenig abwechslungsreichem Landschaftsbild ist die Gefahr des Einschlafens am Steuer höher.“ Auch deshalb, weil der Fahrer kaum gefordert sei, was Lenkbewegungen, Geschwindigkeitswechsel oder Abbremsvorgänge betreffe. Diese Tendenz lässt sich auch anhand der Zahlen von 2017 ablesen, die Rauser für den Bereich Pforzheim und Enzkreis nennt: Neun der 15 Unfälle seien außerhalb geschlossener Ortschaften passiert – knapp die Hälfte davon auf Autobahnen, die restlichen auf Bundes- und Landesstraßen.

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