Schwäbisch für Fortgeschrittene
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Ernst und Heinrich präsentieren in Maulbronn gehobenen Schwachsinn mit Tiefgang
Maulbronn. „Nex verkomma lassa“ wollen Ernst und Heinrich mit ihrem Jubiläumsprogramm. Bei ihrem Gastspiel in der Maulbronner Stadthalle ließen sie am Freitagabend die letzten 20 Jahre Revue passieren. Es war schwäbisch-internationale Kost mit einem tiefen Blick in die schwäbische Seele – mit Hilfe jahrelang erprobter Mediation.
Comedians Ernst und Heinrich. Foto: Friedrich
Ein wenig hatten die beiden mit der Akustik in der Stadthalle zu kämpfen; der durch den Raum verursachte Halleffekt war hoch, und insbesondere dann, wenn es gezielt ins Urschwäbische abdriftete wie bei dem Zusammenspiel aus vorproduzierter Video-Schalte zu den ersten Gesprächspartnern und Live-Moderation auf der Bühne, war nur noch schwer zu verstehen, was da gesagt wurde – weniger was die mitgelieferte Übersetzung, als vielmehr was den Dialekt betraf. Es war letztlich aber der einzige Makel an einem Abend, der einen tiefen Einblick in die Seele der Schwaben gewährte. Natürlich in der bewährten Mischung aus musikalischem Können und schlagfertigem Wortwitz, der schon zu Beginn in einem Song klarstellte, wo der Schwabe an sich in der Rangordnung der Welt zu finden ist: Selbst wenn sie nicht gebraucht werden, haben sie eben immer noch ihr Geld. Oder eben ihre manchmal schroffe, aber oft charmante und knitze Art, wie sie auf das Leben an sich blicken. „Schwäbisch für Fortgeschrittene“ könnte man das nennen – oder, mit Blick auf die „besorgten Gesichter“ im Publikum, notfalls auch nur „Schwäbisch für Interessierte“.
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