Schlachtabfälle: Jetzt ist die Polizei am Zug

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Obwohl Verdächtige bekannt sind, bleibt die Strafe vermutlich aus

Enzkreis. Im Falle der zwischen Dürrmenz und Pinache illegal entsorgten Fleischabfälle sind jetzt die Ermittler der Polizei am Zug (wir berichteten). „Wir haben den Fall abgegeben“, teilt Dr. Ulrich Dura, Leiter des Verbraucherschutz- und Veterinäramts des Enzkreises, mit. Die Aufarbeitung des Falles habe die Verantwortlichen des Landratsamts viel Zeit und damit Geld des Steuerzahlers gekostet, macht Dura auf Nachfrage klar. „Der Aufwand war beträchtlich.“ Gleich vier Mitarbeiter hätten sich über Wochen immer wieder mit den illegal entsorgten Fleischabfällen, die aus einem Betrieb in Rheinland-Pfalz stammen, beschäftigt. Ob die Täter am Ende bestraft werden können, steht trotz der vielen Fakten, die inzwischen auf dem Tisch liegen, in den Sternen. Die Beweisführung ist das Problem. „Wir haben die Personen, die zur Aufklärung des Falles beitragen können, gegenüber der Polizei benannt“, macht Dura klar, dass seine Behörde den Ermittlern sogar die Tatverdächtigen liefern konnte.

Auch wenn die illegale Entsorgung von Schlachtabfällen immer wieder vorkommt, ist der jüngste Fall in der Region alles andere als eine Bagatelle. „Es handelt sich um die Überreste von mindestens 18 Rindern, insgesamt waren im Wald 128 Kilo Fleischabfälle entsorgt worden. Das ist eine beachtliche Menge“, sagt Dura. Außerdem sei mit dem Fleisch auch Rückenmark der Tiere entsorgt worden, so der Amtsleiter. Dabei muss dieses risikobehaftete Material aufgrund möglicher BSE-Erreger laut Dura gesondert entsorgt werden. „Den Umstand, dass sich Rückenmark unter den Abfällen befand, haben wir an unsere Kollegen in Rheinland-Pfalz weitergegeben, damit diese das mit dem Betrieb, aus dem Schlachtabfälle stammen, klären können.“ Fazit einer wochenlangen Recherche: Duras Abteilung hat gute Arbeit geleistet, die Täter haben jedoch gute Chancen, ohne Strafe davonzukommen.

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