Luftbild von 1945 entlarvt die Bombe
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Mühlacker. Über Jahrzehnte hinweg waren Mitarbeiter der Firma Händle sozusagen über die Bombe spaziert. Denn an jenem Standort, an dem das benachbarte Autozentrum Dobler einen neuen Parkplatz plant, standen einst Lagergebäude des Ziegeleimaschinenherstellers, die eine frühere Bergung des gefährlichen Relikts verhinderten, das sich einige Meter unter der Bodenplatte im Erdreich verbarg.
Der entscheidende Nachweis: Auf der Aufnahme, die ein Aufklärungsflugzeug der alliierten Streitkräfte am 15. März 1945 gemacht hat, ist die Einschlagstelle des Blindgängers (im roten Kreis) für den Fachmann deutlich sichtbar. Eingerahmt von Bombenkratern, ist der kleine Punkt zum wichtigen Hinweis für den Kampfmittelbeseitigungsdienst geworden – und der Fund vom Mittwoch bestätigt den Verdacht. Zur Orientierung: Links von der Markierung führt die Lienzinger Straße über die Bahntrasse, unterhalb liegt die Industriestraße. Rechts vom roten Kreis das Gelände der Firma Händle. Was ebenfalls deutlich auszumachen ist: Dort, wo die Ziegeleistraße einen auffälligen Halbkreis beschreibt, liegt nach den Luftangriffen der Ringlokschuppen der Bahn teilweise in Trümmern.
Die Spur der Bombe, die in der Endphase des Zweiten Weltkriegs auf Mühlacker niederging und jetzt von den Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes endgültig unschädlich gemacht wurde, lässt sich gut verfolgen. Die Stanzmarke berichtet von ihrer Fertigung im August 1944, irgendwann in den nächsten Tagen, Wochen oder Monaten trat sie ihren Weg nach Europa an. Auf Luftbildern vom 15. März 1945, einem Tag, an dem Luftangriffe auf Mühlacker dokumentiert sind, ist der Ort ihres Einschlags auszumachen – zumindest für die Fachleute des Kampfmittelbeseitigungsdienstes, die entsprechende Aufnahmen mit geschultem Auge auswerten.
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