Livemusik
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Er trägt festliches Schwarz und singt, dass die verblichenen und quicklebendigen Stars von Caruso bis Villazón vor Neid erblassen würden: melodiös, bis in höchste Höhen jubilierend, tragend – und das über Stunden hinweg.
Doch dem Künstler fehlt das Publikum. Hoch oben auf dem Baum hat er seine Bühne gefunden und würde im Morgengrauen gern mehr als die wenigen Jogger und Gassigeher mit seiner Musik beglücken. Doch selbst in deren Ohren stecken die kleinen Knöpfe, die die Klänge aus der MP3-Player-Konserve hineintransportieren und jene aus dem echten Leben abschirmen. Herr Amsel singt sich die Vogelseele aus dem Leib, und kein Mensch hört zu. Schade eigentlich, denn sein Konzert kostet weder Eintritt noch Akkulaufzeit.
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