Kleinere Milchbauern bangen

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Abschaffung der Lieferquote erleichtert größeren Betrieben das Wachstum

Mühlacker-Mühlhausen. „Ab 1. April darf jeder so viel Milch produzieren, wie er will“, bringt der Mühlhäuser Benjamin Schmierer, der gemeinsam mit seinem Vater einen Hof mit rund 130 Kühen betreibt, das Aus für die Milchquote auf den Punkt. Um die Preise des Lebensmittels in der EU zu stabilisieren, wurde in den 1980er Jahren die Milchmenge, die pro Jahr produziert werden darf, begrenzt. „Wie sich die Abschaffung auf die einzelnen Höfe auswirkt, das kann ich im Augenblick noch nicht abschätzen“, sagt Schmierer. Eines jedenfalls sei klar: „Wollte vorher ein Betrieb wachsen, also mehr Milch produzieren, musste man Quoten, die EU-weit limitiert waren, zu einem gewissen Preis zukaufen.“ Das habe Landwirte in der Vergangenheit gewissermaßen gehemmt, die Zahl ihrer Tiere zu erhöhen.

Benjamin Schmierer betreibt in Mühlhausen gemeinsam mit seinem Vater einen Hof mit Milchkühen. Mit 130 Kühen gehört der Betrieb zu den im Schnitt größeren in der Region.

Benjamin Schmierer betreibt in Mühlhausen gemeinsam mit seinem Vater einen Hof mit Milchkühen. Mit 130 Kühen gehört der Betrieb zu den im Schnitt größeren in der Region. Foto: Huber

„Ein Vorteil ergibt sich durch das Aus der Milchquote für diejenigen Betriebe, die in Zukunft weiter wachsen wollen“, erklärt der Mühlhäuser, „sie müssen für höhere Quoten, die sie vorher bezahlen mussten, kein Kapital mehr einsetzen.“ Manche Landwirte mit weniger Vieh hätten andererseits Angst, der Preis für die Milch könnte ins Bodenlose fallen, „denn größere Betriebe produzieren natürlich billiger“. In diesem Fall könnten kleinere Höfe nicht mehr konkurrieren und müssten ihren Betrieb einstellen, schildert der Mühlhäuser ein mögliches Szenario.

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