Klarinette auf Vogeljagd

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Sebastian Manz begeistert in der Lienzinger Frauenkirche

Mühlacker-Lienzingen. Zahlreich erschienen die Zuhörer zur Matinee am Sonntag in der Frauenkirche in Lienzingen. Peter Wallinger und seine „sueddeutsche kammersinfonie“ eröffneten das sommerliche Konzert mit Mozarts Divertimento. Runde, volle Klänge erfüllten den Kirchenraum, und die gut aufeinander abgestimmte Kammersinfonie folgte wachsam den dezenten Vorgaben ihres Dirigenten Wallinger. Frisch und lebhaft spielten sie zum zweiten Satz auf, warfen sich die musikalischen Motive wie imaginäre Bälle zu und hatten sichtbar Freude daran, miteinander zu spielen. Der dritte Satz geriet dann gar zu einem sommerlichen Tanz. Federnd erklang die Musik und wiegend bewegten sich die Tanzpartner in den dahingetupften Sommerfarben.

Solist Sebastian Manz und die „sueddeutsche kammersinfonie“ in Aktion.

Solist Sebastian Manz und die „sueddeutsche kammersinfonie“ in Aktion. Foto: Fotomoment

Ein Moment der Ruhe, dann erschien Sebastian Manz. Ein Mann mit einem verschmitzten Lächeln und strahlenden Augen, der auf Anhieb sympathisch wirkte. Wenige Takte Vorspiel des Weberschen Klarinettenkonzerts füllten den Raum, dann erklang ein unglaublich feiner, reiner Klarinettenton, der die ganze Kirche in noch wärmeres, goldeneres Licht tauchte. Manz spielte sein Instrument auf natürlichste Weise, sehr klar und stellte sich dabei doch nicht in den Vordergrund. Er nahm die Kammersinfonie Wallingers mit und übertrug seine unbändige Lust an der Musik auf das Orchester und das Publikum. Gemeinsam trieben sich die Musiker zu Höhenflügen an, die das Publikum zum berechtigten Zwischenapplaus hinriss. Manz faszinierte durch seine äußerst lebendige Spielweise, sein Instrument fügte sich nur allzu willig seinen Fingern. Trotzdem blieb dem Virtuosen die Zeit, mit Dirigent Wallinger und der Konzertmeisterin Sachiko Kobayshi in Kontakt zu bleiben, sich mit kleinen Gesten abzusprechen und das Konzert dadurch zu einem Gesamtkunstwerk gelingen zu lassen. Der letzte Satz geriet dann gar zu einem furiosen Ritt über Sommerwiesen, die noch mit frischem Morgentau überzogen waren – ein wahrer Genuss für alle Zuhörer, die nach Lienzingen in die Kirche gekommen waren.

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