Klagemauer

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Als „Klagemauer“ werde – siehe Artikel auf Seite 9 – die mächtige Lärmschutzwand fürs Kleinspielfeld der Schillerschule bereits bezeichnet, berichtete im Ratsaal der Mühlacker SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Knapp. Was beim Zuhörer spontan die Frage aufwirft, ob solche spöttischen Vergleiche – auch wenn klar ist, wie sie gemeint sind – denn moralisch und historisch gesehen wirklich angebracht sind. Nehmen wir nur allein das Alter: Die weltberühmte Klagemauer in der Altstadt von Jerusalem wurde laut Internetlexikon im Jahr 19 v. Chr. begonnen, während das Pendant in Mühlacker aus dem Jahr 2007 stammt. Nach Christus versteht sich.

Auch hinsichtlich der ideellen Bedeutung gibt es gewaltige Unterschiede. Hier die gewichtige religiöse Komponente, dort der technokratische Versuch, die Lärmbelästigung durch spielende Kinder und Jugendliche mit Hilfe mächtiger Gabionen einzudämmen. Deshalb ist bei näherer Betrachtung klar: Mühlacker hat keine Klagemauer, sondern eine Mauer, die dazu dienen sollte, Klagen zu vermeiden, und die gerade deshalb neue Klagen hervorruft.

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