Kein Picknick auf Wiesen mit seltenen Orchideen
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Das Regierungspräsidium Karlsruhe reagiert auf Verstöße gegen die Regeln im Naturschutzgebiet Füllmenbacher Hofberg.
Sternenfels-Diefenbach (pm). Die Tatsache, dass es die Menschen in Zeiten der Corona-Pandemie verstärkt in die heimische Natur zieht, hat auch ihre Schattenseiten. So sah sich der Landschaftspflegetrupp des Regierungspräsidiums Karlsruhe gezwungen, im Naturschutzgebiet Füllmenbacher Hofberg Verbotsschilder und, an zwei Stellen, Absperrungen anzubringen. Grund seien Hinweise, wonach für seltene Arten wertvolle Wiesen nicht nur betreten, sondern auch für Picknicke auf der Decke genutzt oder mit Mountainbikes befahren würden, heißt es bei der Landesbehörde. Im Naturschutzgebiet habe die Natur Vorrang, weshalb das Regierungspräsidium in einer Mitteilung dringend darum bittet, auf den Wegen zu bleiben, um Flora und Fauna nicht zu gefährden. Im 40 Hektar großen Gebiet Füllmenbacher Hofberg gebe es auf kleinstem Raum eine Vielzahl besonderer Lebensräume für Pflanzen und Tiere wie alte Weinberge und Steinmauern, Halbtrockenrasen Wiesen, Gebüsche und Wälder. Das einzigartige Mosaik einer historischen Weinberglandschaft sei ein gutes Beispiel für die Reichhaltigkeit einer vom Menschen geschaffenen Kulturlandschaft sei, seit 1993 unter besonderem Schutz stehe.
Am Füllmenbacher Hofberg hat die Natur Vorrang: Der Landschaftspflegetrupp des Regierungspräsidiums bringt Schilder an. Foto: privat
Zuletzt seien zahlreiche Hinweise eingegangen, denen zufolge sich nicht alle Besucher an die Regeln halten. „Die schmalen Treppenstufen zum ehemaligen Weinberg sind ein reizvoller Pfad, aber leider ist der Aufstieg zum Magerrasen hier nicht erlaubt. Besucher würden die empfindlichen Pflanzen zertreten“, erklärt Ralf Gramlich vom Landschaftspflegetrupp des Regierungspräsidiums. Auch die Tiere regierten empfindlich auf Störungen; aktuell bräuchten beispielsweise die Vögel Ruhe zur Aufzucht ihrer Brut. Mit den Hinweistafeln und Absperrungen solle klargemacht werden, dass Magerrasen und Wiesen, die derzeit in voller Blüte stehen, tabu sind. Hier gedeihen laut Gramlich auch zahlreiche sehr seltene Orchideen-Arten.
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