Kanzlei vergeigt richtige Fristsetzung

Enzkreis

Pleiten, Pech und Pannen bei der Vergabe des Busverkehrs im westlichen Enzkreis. Nach Anfängerfehler muss das Verfahren neu gestartet und ein Notbetrieb über den 1. Februar hinaus organisiert werden. Landrat Rosenau ist zerknirscht, Kreisräte stinksauer.

Busunternehmer Jim Engel steht bereit. Eigentlich wollte er den Linienverkehr im Raum Birkenfeld/Straubenhardt übernehmen. Kollros

Busunternehmer Jim Engel steht bereit. Eigentlich wollte er den Linienverkehr im Raum Birkenfeld/Straubenhardt übernehmen. Kollros

(Foto: Norbert Kollros mediko@web.de)

Enzkreis. Die Organisation des Busverkehrs im westlichen Enzkreis ist ein schwieriges und vermintes Pflaster. Eigentlich wollte sich die Spitze des Landratsamts am Mittwoch in einer Videokonferenz von den Mitgliedern des Umwelt- und Verkehrsausschusses des Kreistags grünes Licht geben lassen, den Auftrag für den Linienverkehr in Neuenbürg/Straubenhardt an die Firma Richard Eberhardt GmbH für den Zeitraum vom 1.Februar 2021 bis 10.Dezember 2022 für 2,8 Millionen Euro zu vergeben. Den Verkehrsraum Birkenfeld/Straubenhardt sollte die Firma Omnibusverkehr Engel im selben Zeitraum für 1,4 Millionen Euro übernehmen. Was eigentlich eine reine Formalie war, entpuppte sich dann kurzfristig zur Provinzposse ersten Grades, die Landrat Bastian Rosenau „unter dem Strich einfach nur unglaublich“ und „mehr als peinlich“ findet. „Bei der Vorbereitung der Videokonferenz haben wir einen Fehler entdeckt, den wir nicht selbst gemacht haben“, erklärte Rosenau den Kreisräten, dass die Kanzlei, die die Ausschreibung gemacht habe, für die Angebotsabgabe eine Frist falsch gesetzt habe. Zwar handele es sich nur um 13 Stunden, trotzdem sei es ein schwerwiegender Fehler, der die Vergabe anfechtbar mache. Und mit juristischen Fehlern hat der Enzkreis in Sachen Busverkehr sich zuletzt sowieso schon so manche blutige Nase geholt, nachdem die Firma Müller Reisen im westlichen Enzkreis vor rund einem Jahr den eigenwirtschaftlichen Verkehr aufgegeben hatte und bei der Neuvergabe unter anderen wirtschaftlichen Voraussetzungen nicht mehr berücksichtigt worden war. Dafür kassierte der Enzkreis eine Rüge von der Vergabekammer, die dann auch noch vom Oberlandesgericht bestätigt wurde.

Wir freuen uns, dass Sie sich für einen logo Artikel interessieren. Jetzt registrieren und weiterlesen.

  • Alle Webseiteninhalte
  • Inklusive aller logo Artikel
  • Jederzeit kündbar

Sie sind bereits Abonnent? Hier einloggen

Artikel empfehlen