Initiative fordert mehr Eigenheimförderung

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Eine aktuelle Studie zeigt, dass Wohneigentum auch im Enzkreis für immer mehr junge Menschen in weite Ferne rückt

Enzkreis (pm). Vom Einfamilienhaus bis zur Eigentumswohnung – im Enzkreis gibt es rund 54900 Wohnungen, für die keine Miete bezahlt werden muss. Denn ihre Eigentümer nutzen sie selbst. Die Wohneigentumsquote liegt bei rund 65 Prozent. In Pforzheim sieht die Sache anders aus: hier liegt die Quote bei rund 37 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung zum Wohneigentum hervor, die das Pestel-Institut mit Sitz in Hannover im Auftrag der Initiative „Wohn-Perspektive Eigentum“ durchgeführt hat.

Im bundesweiten Durchschnitt liegt die Eigentumsquote bei knapp 45 Prozent. Damit sei Deutschland weit weg von einem „Wohneigentümer-Land“ und lande im Europa-Vergleich lediglich auf dem drittletzten Platz. Auch vor diesem Hintergrund sieht das Pestel-Institut beim Wohneigentum auch im Enzkreis „noch Luft nach oben“. Denn es gebe eine neue „Verlierer-Generation“. Besonders die 25- bis 40-Jährigen könnten sich immer seltener ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung leisten. Immer mehr von ihnen seien gezwungen, zur Miete zu wohnen. Dabei gehörten gerade die Jobstarter und Familiengründer eigentlich zur typischen Klientel für Wohnungskauf und Hausbau, sagt der Leiter des Pestel-Instituts, Matthias Günther. Immerhin handele es sich bei den Mittzwanzigern bis Enddreißigern um eine starke Bevölkerungsgruppe: Rund 32700 Menschen dieser Altersgruppe leben im Enzkreis, in der Stadt Pforzheim rund 24900. Ihre Chance auf Wohneigentum ist stark gesunken: „Bei den 25- bis 40-Jährigen ist die Eigentumsquote innerhalb von zwölf Jahren um 3,3 Prozent zurückgegangen“, sagt Matthias Günther. Er beruft sich dabei auf Zahlen aus dem neuesten Mikrozensus. „Die eigenen vier Wände rangieren bei vielen zwar ganz oben auf der Wunschliste. Aber es hapert oft an guten Bedingungen für eine solide Finanzierung. Daran ist auch eine unsichere berufliche Perspektive schuld: Häufig werden gerade jungen Menschen nur Zeitverträge angeboten. Für einen Immobilienkredit wären allerdings unbefristete Jobs notwendig.“ Vor allem aber fehle eine staatliche Unterstützung für Wohneigentum, das die Menschen anschließend für sich selbst nutzten, so Institutsleiter Günther. Mit der Abschaffung der Eigenheimzulage sei die letzte Förderung von Wohneigentum in Deutschland faktisch eingestellt worden. Und das schon vor elf Jahren. Diese lange Phase der „staatlichen Eigenheim-Bremse“ räche sich nun: „Wohneigentum ist nämlich ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge. Und die kommt bei vielen jetzt zu kurz. Immerhin ist die eigene Wohnung die einzige Alterssicherung, die – unabhängig von jeder Schwankung bei der Rentenhöhe – im Alter verlässlich genutzt werden kann“, so Günther. Die Initiative „Wohn-Perspektive Eigentum“ fordert Bund und Länder zu einer „politischen Kehrtwende pro Wohneigentum“ auf. Dies gelte auch für die Kandidaten, die im Enzkreis zur nächsten Bundestagswahl antreten. Sie sollen sich – auch innerhalb ihrer Parteien – für eine neue und wirksame Förderung von Wohneigentum starkmachen, so die Initiative. Wer sich im Enzkreis mit welchem Einkommen welche Immobilie leisten kann – dazu kündigte die Initiative einen „Vor-Ort-Kauf-Check“ für Juni an.

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