IHK fordert Perspektiven für Handel

Enzkreis

Appell an die Landesregierung gerichtet. 7-Tage-Inzidenz liegt im Enzkreis bei 41,1.

Wann können die Läden wieder öffnen? Diese Frage stellt sich nicht nur die IHK. Foto: Fotomoment

Wann können die Läden wieder öffnen? Diese Frage stellt sich nicht nur die IHK. Foto: Fotomoment

Pforzheim/Enzkreis (pm). Die Führungsspitze der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nordschwarzwald hat sich in ihrer Sorge um den Einzelhandel in der Region erneut an die Landesregierung gewandt. In einem Schreiben an Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut forderten Präsidentin Claudia Gläser und Hauptgeschäftsführer Martin Keppler eine Öffnungsperspektive für die Geschäfte.

Viele Händler, heißt es in einer Mitteilung, hätten sich in den vergangenen Wochen aus Existenznot bei der IHK Nordschwarzwald gemeldet, doch insbesondere die Welle an Rückmeldungen in den vergangenen Tagen sei immens. „Viele Händler bringen ihr Unverständnis über die nach den jüngsten Beschlüssen der Bundes- und Landesregierung andauernden Schließungen zum Ausdruck und fordern politisches Handeln“, wird Präsidentin Claudia Gläser zitiert. Sie habe deshalb gemeinsam mit Hauptgeschäftsführer Martin Keppler gegenüber der Ministerin nochmals „sehr eindringlich“ um eine Öffnungsperspektive für den Handel gebeten.

Der Handel als prägende Branche der Innenstädte liege allen sehr am Herzen, heißt es bei der Kammer. Eine rasche Perspektive für die Betriebe sei „enorm wichtig und existenziell“. Viele Maßnahmen, wie Hygienekonzepte, Kontaktreduzierungen durch Terminvergaben oder das Modell „Private Shopping“ könnten von den Unternehmen unter Pandemie-Gesichtspunkten umgesetzt werden, und gerade in den Klein- und Mittelzentren sei in der Regel nicht mit erhöhten Personenzahlen auf engem Raum zu rechnen, argumentiert die Industrie- und Handelskammer.

Die Impfungen und eine umfangreiche Teststrategie, wie sie bereits einzelne Kommunen erfolgreich umsetzten, müssten ebenfalls in Betracht gezogen werden. Unbestritten sei, so die IHK, „selbstverständlich die Notwendigkeit des Gesundheitsschutzes von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und allen Bürgern“.

„Wir bitten die Landesregierung dringend, das bestehende Konzept der Corona-Verordnung nochmals zu überdenken und auf eine rasche Öffnungsperspektive des Einzelhandels hinzuarbeiten“, so Martin Keppler. „Statistiken zeigen ganz deutlich, dass dort, wo im ersten Lockdown umfassende Hygienekonzepte entwickelt und eingehalten wurden, die Inzidenzzahlen nicht zu Hotspots geführt haben.“

Die aktuellen Corona-Zahlen:

Von Dienstag auf Mittwoch wuchs die Zahl der bekannten Corona-Fälle im Enzkreis laut Landesgesundheitsamt um 25. In Pforzheim wurden 10 neue Positivtests registriert. Die 7-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 41,1 im Enzkreis (Vortag: 38,1) und 38,9 in Pforzheim (Vortag: 41,3). In den Kliniken in Pforzheim und im Enzkreis lagen, Stand: 15. Februar, insgesamt 36 Menschen, bei denen eine Covid- 19-Erkrankung festgestellt worden ist. 13 dieser Patienten waren laut Landratsamt so schwer erkrankt, dass sie auf der Intensivstation lagen; acht von ihnen mussten invasiv beatmet werden. (md/cb)

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