Hoffnungsvoller Aufbruch, bitteres Ende

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Irina Commer, die Verwandte des von den Nazis deportierten Mühlacker Fabrikanten Theodor Slepoj, plant einen Besuch im Enzkreis

Nicht jede Spurensuche ist von Erfolg gekrönt. Jene, auf die sich die Wahl-Dortmunderin Irina Commer mit Hilfe unserer Zeitung begeben hat, schlägt dagegen erfolgreich die Brücke nicht nur zwischen Ruhrgebiet und Enzkreis, sondern vor allem zwischen Zeiten und Generationen und dürfte bald in persönliche Begegnungen münden.

Hoffnungsvoller Aufbruch, bitteres Ende

Dieses Foto zeigt Leib Slepoy, den Vater, und Wolf Slepoy, den Großvater Irina Commers. Das Bild ist Ende der 50er Jahre in Moskau entstanden, wo Leib Slepoy studierte. Wolf Slepoy reiste damals aus der Ukraine an, um seinen Sohn zu besuchen. Irina Commer möchte bei einem angedachten Abstecher in die Region Familienbilder wie dieses einer Zeitzeugin in Ötisheim zeigen und erfahren, ob diese Ähnlichkeiten zwischen Wolf und seinem Vetter Theodor ausmachen kann. Foto: privat

Mühlacker/Ötisheim. Wie berichtet, möchte Irina Commer mehr erfahren über ihren Verwandten Theodor Slepoj, der aus der Ukraine stammte und als Fabrikant in Ötisheim und Mühlacker tätig war. Dass er Jude war, ahnte im Umfeld offenbar niemand. 1943 wurde er – angeblich wegen Spionage – verhaftet und nach Auschwitz deportiert, wo er 1945 kurz nach der Befreiung des Lagers an den Folgen der Haft starb. 2009 wurde an seinem letzten Arbeitsort an der Mühlacker Steigstraße ein Stolperstein verlegt. Die vage Hoffnung Irina Commers – Theodor Slepoj war der Cousin ihres Großvaters – jemand könne sich noch an ihren Verwandten erinnern, sollte sich zu ihrer großen Überraschung erfüllen. Zwei Ötisheimerinnen meldeten sich in der Redaktion und fügten dem nur bruchstückhaft überlieferten Bild neue Facetten hinzu. Mit einer jener Zeitzeuginnen habe sie inzwischen telefoniert, berichtet Irina Commer unserer Zeitung. Was ihr die frühere Nachbarin Theodor Slepojs in Ötisheim erzählt habe, sei für sie sehr wertvoll. Sie werde der Dame mit dem bemerkenswert guten Gedächtnis einen Besuch abstatten, kündigt sie an. Auch mit der Mühlacker Stadtarchivarin werde sie in Kontakt treten.

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