„Häusle baue“ als Therapie für Entwurzelte
Lokales Online
Konrad Reuter errichtet mit Flüchtlingen im überfüllten Camp auf Lesbos aus Paletten neue Unterkünfte – Schlimme Zustände im Lager
Konrad Reuter versucht Flüchtlingen zu helfen, die auf Lesbos gestrandet sind und in überfüllten Camps leben, in denen sich der Müll vor Sanitärcontainern stapelt, weil er nicht abgeholt wird. Fotos: privat
Illingen/Athen. Im Gespräch mit unserer Zeitung schildert Reuter die Zustände im Dschungel von Moria. „Der Dschungel ist der Teil des Camps, der sich außerhalb des ehemaligen Militärgefängnisses unkontrolliert gebildet hat und noch nicht von den regierungsamtlich anerkannten Freiwilligenorganisationen erfasst wurde“, erklärt Reuter. Bei seinem ersten Besuch 2016 sei das für 3000 Menschen ausgelegte Camp noch streng bewacht gewesen. Inzwischen ist es mit etwa 20000 Bewohnern aus den Nähten geplatzt und völlig unkontrolliert in die Umgebung gewuchert. „Der griechische Staat beschränkt sich darauf, Toilettenhäuschen aufzustellen, mehrmals am Tag Wasser und Strom anzustellen, den Müll abzuholen, wenn er sich zu hohen Bergen türmt. Die bei Wasserausfall in den Toiletten sich häufenden Fäkalien führen zu einem unerträglichen Gestank und zu einer gesundheitlichen Gefahr“, schildert Reuter die Lebensumstände der auf Lesbos gestrandeten Menschen. Er habe in Moria wie die meisten Lagerbewohner einen Dauerhusten bekommen.
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