Frauen droht die Armutsfalle
Archiv
Enzkreis (pm). Die Teilzeit und der Niedriglohn – im Enzkreis ist beides weiblich: Noch immer sind hier 71 Prozent aller Teilzeit- und Minijobs in Frauenhand. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zum Internationalen Frauentag am 8.März hingewiesen. Bei den rund 13700 Teilzeit-Stellen im Landkreis liege der Frauenanteil nach Angaben der Arbeitsagentur sogar bei 86 Prozent. Elwis Capece, Geschäftsführer der NGG Mittelbaden-Nordschwarzwald, spricht von einer „Karrierefalle“: Gerade in Hotels, Restaurants und Bäckereien seien Minijobs und Teilzeit-Verträge stark verbreitet. Wer jedoch 20 oder 25 Stunden arbeite, habe es beim beruflichen Aufstieg deutlich schwerer. „Auch bei der Bezahlung stehen Frauen deutlich schlechter da als Männer“, kritisiert Capece. So verdienten Frauen zuletzt 21 Prozent weniger als Männer. Zwar gebe es für sie seit diesem Jahr einen Rechtsanspruch darauf, zu erfahren, was ein männlicher Kollege in ähnlicher Position verdient. Doch das Lohntransparenzgesetz gilt lediglich in Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten. „Davon hat kaum eine Köchin oder Bäckereifachverkäuferin im Kleinbetrieb etwas“, bemängelt Capece. Sollte die Politik nicht deutlich mehr gegen die Lohnungerechtigkeit unternehmen, dürfte sich auch die Altersarmut für Frauen im Enzkreis verschärfen.
Wir freuen uns, dass Sie sich für
einen Artikel interessieren.
Jetzt registrieren und weiterlesen.
- ➔ Alle Webseiteninhalte
-
➔ Inklusive aller
Artikel
- ➔ Jederzeit kündbar
Sie sind bereits Abonnent? Hier einloggen