„Erpressung“ bleibt ein Rätsel

Lokales Online

Glasscherbe im Kuchen und Zeugen, die mit Widersprüchen und Erinnerungslücken glänzen.

Pforzheim. Die Erpresser-Masche ist bester Filmstoff, den es in verschiedenen Variationen gibt. Auf jeden Fall gibt es am Ende immer eine Lösung, und einer ist der Bösewicht. Die wirkliche Welt ist aber kein Film. Und manchmal fällt die letzte Klappe ohne Urteil. So beispielsweise am Donnerstag vor dem Amtsgericht Pforzheim. Die Staatsanwaltschaft warf einem 30-Jährigen vor, am 6. April 2019 in einem Pforzheimer Eiscafé aufgetaucht zu sein, in dem seine Schwester am Abend zuvor auf eine Glasscherbe gebissen haben soll. Er habe von der Restaurantbesitzerin „mindestens 10000 Euro gefordert, damit ihr Name nicht ruiniert werde“, so Staatsanwältin Christine Roschinski. Da die Restaurantbesitzerin sich geweigert habe zu zahlen, lautete der Vorwurf versuchte Erpressung. Auf der Anklagebank saß auch die 25-jährige Freundin des vermeintlichen Erpressers, die ihn am 6. April 2019 begleitet hatte. Bei ihrer Vernehmung durch einen Polizeibeamten hat sie zu Protokoll gegeben, dass es keine Geldforderung gegeben habe, was laut Staatsanwaltschaft der Versuch einer Strafvereitelung durch eine Falschaussage sei.

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