Eltern lernen mit- und voneinander
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Ein interkulturelles Angebot soll Kinder stark machen und präventiv gegen sexuelle Gewalt wirken
Mühlacker. Vor wem soll oder darf sich das Kind ausziehen, bevor es sich im Freibad für den Sprung ins Becken bereitmacht? Soll oder darf der Vater, die Mutter ein Gastkind zur Toilette begleiten? Wann und wie wird der eigene Nachwuchs aufgeklärt? Es sind praktische Fragen aus dem Alltag, die Gabi Axter und Suna Erenler von der Pforzheimer Beratungsstelle Lilith mit Eltern und Großeltern von Jungen und Mädchen des Paul-Gerhardt-Kindergartens besprechen. Während diese unbeschwert spielen, wird im Nebenraum in der interkulturellen Elternwerkstatt der Austausch über ein schwieriges Thema gepflegt. Kinder stark zu machen, sie vor sexuellem Missbrauch zu schützen und die Eltern mit den entsprechenden Informationen auszustatten, ist das Ziel des Projekts, das nach zwei Durchläufen in Pforzheim nun auch in Mühlacker angekommen ist. „Als ich im Paul-Gerhardt-Kindergarten angefragt habe, bin ich auf großes Interesse gestoßen“, berichtet die Sozialpädagogin Gabi Axter. „Wir wollten so viele Eltern wie möglich erreichen“, ergänzt Elternvertreterin Claudia Eisold. Tatsächlich habe sich eine erfreulich große Gruppe zusammengefunden, um regelmäßig sowohl in Theorie als auch in Praxis an Präventionsstrategien zu arbeiten und sich Anregungen für die Erziehung zu holen.
Gabi Axter (stehend Mitte) und Suna Erenler (stehend re.) freuen sich über das große Interesse an der Elternwerkstatt, die derzeit am Paul-Gerhardt-Kindergarten angeboten wird.
Das Besondere daran: Das Angebot richtet sich explizit an Eltern mit unterschiedlichem kulturellen und sprachlichen Hintergrund. „Unser Anspruch ist Zweisprachigkeit“, erläutert Gabi Axter einen wichtigen Baustein des landesweit durchgeführten Modellprojekts. Ihre Kollegin Suna Erenler steht deshalb bereit, wenn eine der Frauen mit überwiegend türkischen Wurzeln zusätzliche Erläuterungen wünscht. Doch gegenseitiges Verständnis ist nicht nur eine Frage der Vokabeln. „Lernen macht Spaß, und wir lernen hier mit- und voneinander“, betont Teilnehmerin Sevinc Kilic. „Wir gewinnen nähere Einblicke in andere Kulturen“, schildert eine andere Mutter einen weiteren Vorzug.
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