„Eine gute protestantische Streitaxt“

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Schauspieler Hanns Zischler zeigt sich mit seinem Vortrag „Deutsch als Waffe“ als Kenner von Martin Luther und dessen Sprachmacht

Der Schauspieler Hanns Zischler hat bei einem Auftritt im Kloster Maulbronn den Fokus auf die Wortgewalt des Reformators Martin Luther gerichtet.

„Eine gute protestantische Streitaxt“

Mindestens so spannend wie die Fälle des Kommissars Beck: Der Schauspieler Hanns Zischler entpuppt sich im Kloster Maulbronn als profunder Kenner Luthers.Foto: Roth

Maulbronn. Kommissar Beck ist an diesem Donnerstagabend im Kloster Maulbronn nicht auf der Suche nach einem Mörder. Der Mann mit dem scharfen Verstand ermittelt in Sachen Martin Luther und hat die Tatwaffe bereits ausgemacht: Deutsch. Hinter sich weiß er ein gut 40-köpfiges Team, das sich zu diesem Zweck im Medienraum des Infozentrums versammelt. Hellwach, wissbegierig, gespannt. Das muss man auch sein, um Hanns Zischler – der zu Unrecht „nur“ als Schauspieler bekannt ist – auf den verschlungenen Pfaden der Reformation folgen zu können. Was als Lesung vom Veranstalter „Staatliche Schlösser und Gärten“ angekündigt wurde, entblättert sich mit jeder papiernen Seite von Hanns Zischler als Vortrag über die Wortgewalt Luthers. Eines begnadeten Rhetorikers, wie der Schauspieler findet, der sich offenbar auch als Forscher betätigt. Keine Silbe lang maßt er sich an, sich mit Luther vergleichen zu wollen, gleichwohl wandelt er in dessen Spuren, indem Hanns Zischler mit Sorgfalt und Liebe zum Detail Zitate auswählt und diese schnörkellos und direkt in einen Kontext bringt – die Wortgewalt des Reformators auffächernd, dass er glänzt wie ein Pfauenschwanz.

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