Ein politisches Wintermärchen

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„Der Silbersee“ von Georg Kaiser und Kurt Weill in Pforzheim erstaufgeführt

Am 18. Februar 1933 war die Uraufführung in Erfurt, Leipzig und Magdeburg. Bereits zwei Wochen später fand die letzte Vorstellung des an allen drei Bühnen abgesetzten Stücks in Leipzig statt. Dazwischen lag der Reichstagsbrand. Jetzt wurde „Der Silbersee“ von Georg Kaiser und Kurt Weill mit großem Erfolg im Theater Pforzheim erstaufgeführt.

Ein politisches Wintermärchen

Philipp Werner (Severin) und Thomas Möwes (Olim; vorne in der Mitte), Stamatia Gerothanasi (Fennimore; hinten) , Chor und Extrachor des Theaters und Mitglieder des Vereins KulturSchaffer. Foto: privat

Pforzheim. Erinnert der Titel des Dreiakters an Karl May, so weckt der Untertitel „Ein Wintermärchen“ Assoziationen zu einem Gedichtzyklus von Heinrich Heine - und damit ist man dann auch auf der richtigen Spur. Man kann die Fantasie des Autors bewundern und könnte so Parallelen zum Werk von Karl May herstellen, doch das Theaterstück „Der Silbersee“ ist wohl ein Märchen, aber keines aus dem Wilden Westen, sondern eine politische Fabel aus einer Zeit, in der in der Mitte Europas sozusagen „Wilde“ ihre Herrschaft begannen. Arbeitslose sind von der Stadt in die Natur emigriert und wohnen am Ufer des Silbersees in Mooshütten. Doch der Hunger treibt sie zurück in die Stadt. Dort stehlen sie in einem Großmarkt Lebensmittel, die zur Vernichtung aussortiert werden. Ihr Anführer Severin nimmt aber nur eine Ananas mit. Auf dem Rückweg werden sie von Landjägern kontrolliert, von denen einer auf die Flüchtenden schießt und dabei Severin trifft, der ins Gefängniskrankenhaus eingeliefert wird. Von dort holt ihn der Unglücksschütze Olim, der inzwischen seinen Dienst quittiert und mit einem Lotteriegewinn ein Schloss erworben hat, mit der Absicht ihn gesund zu pflegen. Severin will aber an dem „entmenschten Landjäger“ Rache nehmen und sendet deshalb Fennimore, die Nichte der Wirtschafterin, zu seinen Freunden mit dem Auftrag, den Schützen ausfindig zu machen. So erfährt er, dass Olim der von ihm Gesuchte ist.

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