Ein Lehrstück über den Aufstieg einer Diktatur
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Pforzheim. 1958 schrieb der Dramatiker Eugene Ionesco mit „Die Nashörner“ sein wohl bekanntestes Theaterstück, das ein Jahr später am Düsseldorfer Schauspielhaus uraufgeführt wurde und Eingang in die schulischen Lehrpläne weltweit gefunden hat. Nun wird das Werk, das zeigt, wie schnell Meinungen zu populistischen Massenbewegungen werden können, am Theater in Pforzheim gezeigt. Die Premiere findet am Freitag, 16. Januar, um 19.30 Uhr statt. Der junge Eugène lonesco hatte in Rumänien durch den Aufstieg der nationalistischen „Eisernen Garde“ – einer den italienischen Faschisten oder der deutschen NSDAP vergleichbaren faschistischen, antisemitischen Bewegung – hautnah miterlebt, wie eine politisch-ideologische Massenvergiftung zustande kommt beziehungsweise wie ansteckend Konformismus sein kann. Sein Stück beschreibt die willige Unterwerfung der Gesellschaft unter diktatorische Herrschaftssysteme – egal welcher Couleur. Er selbst sagte einmal, es sei ihm bei „Die Nashörner“ darum gegangen, zu zeigen, „wie eine Ideologie sich in eine Idolatrie verwandelt, wie sie die Massen in einen Zustand der Hysterie versetzt, wie sie einen Fanatismus erzeugt, der von totalitären Diktatoren“ missbraucht wird. Hierfür wollen Regisseurin Petra Wüllenweber und Bühnen- und Kostümbildnerin Susanne Ellinghaus gemeinsam mit dem Schauspielensemble des Theaters starke Bilder finden. Karten gibt es an der Theaterkasse am Waisenhausplatz unter Telefon 07231/39-2440, im Kartenbüro in den Schmuckwelten und auf www.theater-pforzheim.de. Am kommenden Samstag, 10. Januar, findet um 10.30 Uhr im Foyer und Großen Haus eine öffentliche Probe statt. pm
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