Die Notbremse im Enzkreis wird gelockert

Enzkreis

Inzidenz bleibt fünf Tage in Folge unter 100. Die mobilen Impfungen haben am Donnerstag in Feldrennach begonnen.

Impf-Start in Feldrennach: Petra Allion und Brigitta Rettkowski von den Sozialen Diensten nehmen die Patienten in Empfang. Foto: Helbig

Impf-Start in Feldrennach: Petra Allion und Brigitta Rettkowski von den Sozialen Diensten nehmen die Patienten in Empfang. Foto: Helbig

Enzkreis (hel/pm). Nachdem das Landesgesundheitsamt an fünf Tagen in Folge für den Enzkreis eine Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 pro 100000 Einwohner vermeldet hat, hebt der Enzkreis die erst am Karfreitag erlassene Allgemeinverfügung zur sogenannten „Notbremse“ wieder auf. „Diesen Automatismus gibt uns die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg klar vor“, erklärt Landrat Bastian Rosenau die Amtshandlung. „Unsere Verfügung hat in beiden Fällen lediglich einen feststellenden Charakter. Als Landkreis haben wir hier keinen Spielraum.“ Dennoch sei die Feststellung, dass der Inzidenzwert im Enzkreis aktuell nicht weiter ansteige, sondern sogar leicht gesunken sei, natürlich erfreulich, kommentiert Rosenau die Entwicklung.

Ab diesem Freitag, 9. April, darf daher bis auf Weiteres – in Abhängigkeit von der Entwicklung der Inzidenz – der Einzelhandel im Enzkreis wieder zum „Click&Meet“ (also Einkaufen nach vorheriger Terminvereinbarung) zurückkehren. Auch Museen und Galerien sowie Betriebe, die körpernahe Dienstleistungen anbieten wie Kosmetik-, Nagel-, Massage-, Tattoo-, Piercing- oder Sonnenstudios, dürfen wieder öffnen. Erlaubt ist ebenfalls wieder die Öffnung von Außen- und Innensportanlagen für den Amateur- und Freizeitsport, und Musikschulen dürfen im Rahmen der geltenden Kontaktbeschränkungen wieder Präsenzunterricht anbieten.

„Damit wir diese Lockerungen in Kürze nicht wieder zurücknehmen müssen, sollten wir uns jedoch alle nach wie vor strikt an die AHA-Regeln halten“, appelliert der Kreischef: Das heißt Masken tragen, wo immer es enger zugeht, und die Kontakte auf das absolut Notwendige reduzieren. Erlaubt sind aktuell maximal fünf Personen aus nicht mehr als zwei Haushalten, Kinder bis einschließlich 14 Jahre ausgenommen. Paare, die nicht zusammenleben, gelten als ein Haushalt.

„Nutzen Sie zudem die inzwischen in vielen Gemeinden und der Stadt Pforzheim vorhandenen Testmöglichkeiten“, rät der Landrat. „Damit können symptomfreie Menschen gefunden und Infektionsketten rasch unterbrochen werden. Dies wird uns helfen, einen Weg aus der Pandemie zu finden“, ist Rosenau überzeugt.

Hoffnung macht auch diese Nachricht: In der Turn- und Festhalle Straubenhardt hat das erste „Pop-up-Impfzentrum“ des Enzkreises am Donnerstag die Arbeit aufgenommen. Pünktlich ab 9 Uhr trafen die ersten Patienten in der Halle ein, wo sie von den Mitarbeiterinnen der Sozialen Dienste Straubenhardt/Keltern Petra Allion und Brigitta Rettkowski empfangen wurden. Die Impfkandidaten waren sichtlich froh, bei dieser Aktion bekannte Gesichter anzutreffen. Rund 800 Impfberechtigte im Alter über 80 Jahren leben in den beiden Clustergemeinden Straubenhardt und Keltern, 130 von ihnen haben sich zur Impfung angemeldet. Am Sonntag, 18. April, findet hier ein zweiter Termin statt, für den die Anmeldung noch läuft.

Zwei mobile Impfteams waren in Feldrennach im Einsatz. Sie wurden von Fahrzeugen des DLRG und der Malteser transportiert. Unter Leitung der beiden Doktores Peter Engeser und Ludwig Bös nahm das medizinische Fachpersonal die Impfungen nach erfolgtem

Aufklärungsgespräch vor. Für die mobilen Impfaktionen wurden die 28 Enzkreis-Gemeinden in zehn Cluster eingeteilt.

Insgesamt stünden für die Pop-up-Aktionen im Enzkreis 3000 Impfdosen zur Verfügung, erläuterte Kreisbrandmeister Carsten Sorg. Er bekräftigte, im Kreisimpfzentrum seien weder beim Impfstoff von Astrazeneca noch bei Biontech nennenswerte Reaktionen aufgetreten.

Die aktuellen Corona-Zahlen im Enzkreis

Von Mittwoch auf Donnerstag wurden laut Landesgesundheitsamt im Enzkreis 55 neue Corona-Infektionen registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt nun bei 89,2 und damit den fünften Tag in Folge unter der Marke von 100. In Pforzheim kamen 38 Covid-19-Fälle hinzu. Hier beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz 88,9.

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