Die Mittelwelle hat bald ausgesendet
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Mühlacker. „Sender Mühlacker muss bleiben! Keine Stilllegung und kein Abriss dieser Anlage!“, hatten unbekannte Aktivisten per Plakat zum Erhalt des Wahrzeichens aufgerufen, nachdem die Pläne für das Aus der Mittelwelle öffentlich geworden waren. Auch einige Stadträte sorgten sich um die Zukunft des 273 Meter hohen Sendemastes, von dem die Mittelwelle abgestrahlt wird. Rolf Leo, Vorsitzender der Fraktion der Freien Wähler im Gemeinderat, bezeichnete den Mast als ein „vielleicht noch wichtigeres Wahrzeichen als die Burgruine Löffelstelz“, und Klemens Köberle von der Liste Mensch und Umwelt nannte die rotweiße Antenne ein „Identifikationsobjekt“.
Kleiner Knopfdruck mit großer Wirkung: Mit einem Finger wird Johannes Regniet, Cheftechniker der SWR-Sendeanlage in Mühlacker, die Mittelwelle am Sonntag nach den 23-Uhr-Nachrichten im Kontrollraum ausschalten. Dann ist die Ära des Senders, dessen Leistung der Stärke von tausend 100-Watt-Glühbirnen entspricht, zu Ende.
Jetzt ist es so weit: Der Mittelwelle – seit 1930 in Betrieb – geht es am 8. Januar an den Kragen: sie wird in einem unspektakulären Akt am Sonntag, 8. Januar, abgeschaltet. Doch Sorgen um den Sendemast muss sich laut Johannes Regniet niemand machen. Der Cheftechniker der SWR-Sendeanlage relativiert die Befürchtung, nach dem Aus für den in einem schlichten Schaltschrank verborgenen Mittelwellensender könnte in Kürze auch der große Sendemast verschwinden. „Es gibt Planungen für eine andere Nutzung“, erklärt der Nachrichtentechniker. Dies hatte SWR-Rundfunk-Sprecher Valentin Nann bereits im Juli des vergangenen Jahres im Gespräch mit unserer Zeitung betont: „Der SWR behält den großen Sendemast, weil er ihn für sendetechnische Zwecke benötigt, beispielsweise für den SWR-internen Richtfunk.“ Was sich allerdings in Luft auflöst, ist die Mittelwellenstrahlung. „Damit fällt der größte Teil dessen weg, was vom SWR von der Sendeanlage aus abgestrahlt wird“, so Regniet.
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