Der Wind
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Lange war es der Autorin dieser Zeilen unklar, was folgende Ankündigung bedeutet, geäußert von wohlmeinenden Verwandten: „Dort pfeift ein anderer Wind.“ Nun fürchtet sich eine Sechsjährige am Ende ihrer Kindergartenlaufbahn nicht vor zugigen Fenstern. Auf welche potenziellen Schrecken also sollte sie sich in ihrer beginnenden Schulzeit einstellen, wogegen sich wappnen?
Aus heutiger Sicht lässt sich sagen: gegen nichts und wieder nichts. Die ersten Schuljahre in der Grundschule erscheinen im Rückblick wie ein in mildes Licht getauchter Wohlfühl-Film am Sonntagabend. Rosamunde Pilcher oder Inga Lindström, ganz egal. Vor dem inneren Auge tauchen natürliche Autorität ausstrahlende, aber gütige Lehrerinnen auf, eine grüne, ausklappbare Tafel, auf der ganz und gar analog gewischt wurde, die Nase hat den Geruch neuer Schulbücher auf ewig abgespeichert, und im Ohr klingt das Klappern der Holzstühle nach, wenn diese am Ende des Vormittags zeitgleich von 18 Kindern auf die Tische gehievt wurden.
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