„Der Untertan“ und seine Geisteshaltung
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Mühlacker (pm). Die Volkshochschule Mühlacker zeigt am kommenden Samstag, 21. März, um 20 Uhr im Mühlehof „Den Untertan“ nach dem viel diskutierten Roman von Heinrich Mann. Das Publikum darf sich laut einer Pressemitteilung auf ein Schauspiel in der Inszenierung der Württembergischen Landesbühne Esslingen freuen, das veranschaulicht, welche Geisteshaltung Deutschland in den Weltkrieg führte.
Gefühl der Macht. Foto: Pfeiffer
Diederich Heßling war ein weiches Kind, das am liebsten träumte, sich vor allem fürchtete und viel an den Ohren litt. Diederich Heßling ist einer von vielen. Er weiß das. Und er will es nicht anders. Der Sohn eines Papierfabrikanten lernt schon als kleines Kind, auch Situationen unangenehmster Art zu seinem eigenen Vorteil umzumünzen. Zugleich unterwirft er sich lustvoll jeder Obrigkeit – ob Vater, Lehrer oder Offizier. Als Student schließt er sich den Korpsstudenten an. Er dient, macht seinen Doktor, obwohl feststeht: Er wird die väterliche Fabrik übernehmen. Und reich heiraten. Der Hochzeit folgen Kinder. Alle Pflichten sind erfüllt. Und nun? Nichts. Weil es allen ähnlich geht. Diederich Heßling ist umgeben von anderen Diederich Heßlings, feigen Menschen ohne Zivilcourage, Mitläufern und Konformisten, die Obrigkeitshörigkeit mit eigener Macht verwechseln. Menschen, die Halt und Orientierung nur in Institutionen und vorgegebenen Strukturen finden, weil ihnen Mut und Fantasie fehlen, um außerhalb des Systems etwas zwischen Schwarz und Weiß zu denken.
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