DRK darf, soll und muss Kleider sammeln

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Entscheidung im Kreistag: Die Sammlung von ausrangierten Kleidungsstücken bleibt Privileg des Rettungsdienstes

Der Landkreis geht dem Roten Kreuz nicht an die Wäsche. Ausgemusterte Klamotten zu sammeln, soll das offizielle Privileg des Rettungsdienstes bleiben, wie dies in etlichen Ortsvereinen seit Generationen der Fall ist. In den Kassen der Clubs könnten so jährlich bis zu einer halben Million Euro klimpern.

Ausgemusterte Klamotten als Wirtschaftsgut.

Ausgemusterte Klamotten als Wirtschaftsgut. Foto: Kollros

Enzkreis. Nach den Buchstaben des Abfallwirtschaftsgesetzes läge es eigentlich am Landkreis als öffentlich-rechtlichem Entsorgungsträger, sich um die Verwertung gebrauchter Textilien zu kümmern – analog zu anderen Wertstoffen wie Metall oder Papier, so Landrat Karl Röckinger gestern im Umweltausschuss zum Grundsätzlichen. Diese Vorstellung vertrat die Abfallwirtschaft des Enzkreises ursprünglich auch, löste mit dieser Absicht aber den harschen Protest des DRK-Kreisverbands aus, der mit finanziellen Verlusten seiner Ortsvereine argumentierte, was die ehrenamtliche Arbeit vor Ort akut gefährde. Die Verhandlungsführer im Landratsamt konnten den Verantwortlichen des Roten Kreuzes auch das sogenannte „Böblinger Modell“ nicht schmackhaft machen. Dort seien die Sammelcontainer des DRK vom Kreis gegen eine „angemessene Miete“ übernommen worden. Ein Verfahren, das nicht auf den Enzkreis übertragbar sei, argumentierte DRK-Kreisgeschäftsführer Werner Hänlein, weil jeder Ortsverein eigenständige Verträge mit Textil-Verwertern hat und eine gemeinsame Linie so nur schwer erzielbar sei. Letztlich wollte man sich im Abfallwirtschaftsamt nicht auf die Hinterbeine stellen, und man beugte sich dem sanften Druck der Samariter. Diese müssen nun aber auch gegenüber dem Enzkreis eine flächendeckende Entsorgung garantieren, was durchaus auch in Kooperation mit der einen oder anderen regionalen Ehrenamtsorganisation geschehen könne. Was indes auch bedeutet, dass das Rote Kreuz weitere rund 40 Container im Enzkreis aufstellen müsste.

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