Brenzlig
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Man lernt nie aus, behauptet ein alter Spruch, und so falsch kann er nicht sein – zumindest im hellen Licht der Erkenntnis betrachtet, das jetzt den Knittlinger Ratssaal erleuchtete. Da zeigten sich die Räte, die zum Großteil in der örtlichen Bildungseinrichtung selbst die Schulbank gedrückt haben, überraschend überrascht von der Tatsache, dass im Altbau, von einer Mensa einmal abgesehen, genügend Platz für Grund- und Ganztagsschule geschaffen werden kann, wofür zunächst Leerer anstelle der Lehrer die Regie übernehmen und allerhand Gerümpel entfernen werden.
Wobei, und auch das nahmen die Räte aus der Sitzung mit, längst nicht jede Altlast einfach in den Container gepfeffert werden darf. Schließlich wacht das strenge Auge des Denkmalschutzes über den Altbau – inklusive einiger Fundstücke unter dem Dach. Während sich die Experten für die Hinterlassenschaften der Tauben weniger interessierten, ist eine Schmetterlingssammlung bereits ins Naturkundemuseum geflattert, und auch weitere historische Gerätschaften und schulisches Material gilt es zu sichern. Bei dieser Mitteilung mag der eine oder andere Rat kaum merklich zusammengezuckt sein. Finden sich zwischen alten Lexika und verstaubten Faltern möglicherweise noch Zeugnishefte und Klassenbücher, die doch nicht jener den eigenen Kindern so glaubhaft ausgemalten Brandkatastrophe von anno dazumal zum Opfer gefallen sind? Sollte man da das Brandschutzkonzept noch einmal überdenken? Das sicher nicht. Notfalls hilft Fausts „Armer Tor“-Geständnis. Auch eine Erkenntnis. (cb)
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