Beobachter mit Sinn für die feinen Nuancen
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„Post aus Rom“ – neues Buch von Hatto Zeidler erschienen
Knittlingen-Hohenklingen. Bei den Fotografen ist das so: Die haben einfach einen Blick fürs Motiv. Im Kopf macht es Klick, bevor die Kamera überhaupt ausgepackt ist. Bei Hatto Zeidler aus Knittlingen-Hohenklingen ist in Gedanken schon das erste Stichwort notiert, bevor er den Block in der Hand hält. Wer feine Antennen hat und auch feine Nuancen des menschlichen Miteinanders wahrnimmt, der kann nicht anders. Und zum Beobachten hat der Kunsthistoriker in den Jahren 2013 bis 2017 jede Menge gehabt. Wenn etwa seine Frau Uta Süße-Krause sich bäuchlings auf dem „Protestantischen Friedhof“ in Rom auf die Lauer legte, um die dort lebenden Katzen zu porträtieren. Oder wenn das Paar in der Ewigen Stadt unterwegs war in diesen Jahren. Manchmal mit dem früheren Ephorus des Maulbronner Seminars Tobias Küenzlen. Manchmal allein. Immer aber war es ein kleines Abenteuer. Genau genommen mehr als 28, aber 28 haben nur in das neue, dritte Buch von Hatto Zeidler gepasst, das nun im Klotz Verlag erschienen ist.
Die Maulbronner Köpfe hören gern zu: Hatto Zeidler liest in seinem Atelier aus seinem neuen Buch „Post aus Rom“ – auch auf YouTube zu sehen.Foto: Roth
Rom steht im Mittelpunkt, aber das Ehepaar ist auch bis nach Süditalien gereist und hat auch das Gebiet Cinque Terre besucht. „Meine Lieblingsgeschichte“, sagt der 81-jährige Hatto Zeidler. Man muss sagen: Das ist sie vielleicht jetzt. Denn zum Zeitpunkt des Entstehens war das wohl alles andere als lustig, wie das Paar versuchte, die Absperrung des weltberühmten Felsensteigs zu umgehen und dabei „alle Arten von Kaputtheit“ auf steilen, brösligen Stufen kennenlernte. Oder die Kurzgeschichte über den Versuch, ein Päckchen von Rom aus nach Deutschland zu schicken. Kauderwelsch, Gebärdensprache, 19 Euro Porto und ein Päckchen, das dann doch nicht abgeschickt wird. Da können auch die vielen Engel nichts ausrichten, die das Buch bevölkern und vom Vollmond beleuchtet mit dem Schreibgriffel in der Hand auf Lesenswertes hinzuweisen scheinen (von Uta Süße-Krause fotografiert).
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