Arzt und Patient im ständigen Austausch

Enzkreis

Nordschwarzwald ist Modellregion bei der Behandlung von an Covid-19 Erkrankten. Parameter werden aus der Ferne überwacht.

Die Zahl der Corona-Fälle in den Städten und Gemeinden der Region im Vergleich zum 16. Februar.

Die Zahl der Corona-Fälle in den Städten und Gemeinden der Region im Vergleich zum 16. Februar.

Enzkreis/Nordschwarzwald (pm/cb). Das Gesundheitsamt meldet einen weiteren Todesfall: Ein Mann Mitte 70 aus dem Enzkreis ist im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Damit steigt die Zahl der Todesfälle im Enzkreis auf 210.

Das Landesgesundheitsamt hat am Freitagabend zwölf neue Corona-Fälle binnen eines Tages im Enzkreis gemeldet, für Pforzheim beträgt die Steigerung vier. Damit liegt die 7-Tage-Inzidenz im Enzkreis bei 42,1. Der Wert für Pforzheim: 31,8.

Der Blick auf die gemeindescharfen Zahlen im Enzkreis ermöglicht den Vergleich zwischen Dienstag und Freitag. In diesem Zeitraum gab es den größten Zuwachs (plus zwölf) in Straubenhardt. In sieben Kommunen wurden laut dem Landratsamt keine neuen Positivtests erfasst.

Wer Symptome zeigt, hofft auf rasche Besserung. Hier lässt eine Mitteilung des Regionalverbands Nordschwarzwald aufhorchen. Die Region Nordschwarzwald sei Modellregion für die Behandlung von Covid-19-Patienten. Dazu sollen die Betroffenen in die Lage versetzt werden, selbstständig dreimal täglich Werte wie Temperatur, Herz- und Atemfrequenz sowie den kritischen Wert der Sauerstoffsättigung an ihren betreuenden Arzt zu übermitteln.

Die betreuende Praxis erhalte auf einer Übersicht die Zusammenfassung der Werte der von ihr überwachten Patienten mit farblicher Markierung bei Verschlechterung einzelner Parameter. Dies verschaffe den Ärzten einen besseren Überblick und zeige, welcher Erkrankte intensiver beobachtet oder gar ins Krankenhaus eingewiesen werden müsse. „Veränderungen der Werte werden sehr schnell bemerkt“, sagt Professor Dr. Oliver Opitz von der Koordinierungsstelle Telemedizin Baden-Württemberg an der Universitätsmedizin Mannheim/Universität Heidelberg, der das Projekt betreut.

Das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg hat angekündigt, die Umsetzung dieses Projekts mit einem Millionenbetrag zu fördern. Dadurch können die Geräte, sogenannte Pulsoximeter, bereitgestellt und die Ärzte mit der entsprechenden Software ausgestattet werden. Klaus Mack, Verbandsvorsitzender des Regionalverbands Nordschwarzwald, kommentiert die Entwicklung: „Erneut übernimmt die Region Nordschwarzwald bei innovativen Gesundheitslösungen im Land eine Vorreiterrolle.“ In kleinerem Maßstab sei das System schon in England und in anderen Bundesländern getestet worden. Ein Arzt aus Greifswald wird wie folgt zitiert: „Eine Fernbetreuung entlastet unsere Praxis spürbar und gewährleistet trotzdem eine optimale Betreuung.“ Auch werde, sagt ein Mediziner aus Marburg, das Risiko von weiteren Ansteckungen gemindert, da die Wartezimmer leerer seien.

Klaus Mack erläutert, wie es nun weitergeht: „Wir haben jüngst im Schulterschluss mit dem Oberbürgermeister der Stadt Pforzheim sowie den Landräten alle niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in der ganzen Region Nordschwarzwald über diese Lösungen informiert. Wir hoffen nun, dass diese möglichst zahlreich von dieser für Ärzte und Patienten kostenlosen Technologie Gebrauch machen“, so Mack.

Auskünfte gibt die Koordinierungsstelle Telemedizin Baden-Württemberg (info@telemedbw.de oder 0621-383-8192).

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