Arbeitseinsatz als Chance für junge Straftäter

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SWR-Fernsehen berichtet heute

Pforzheim. Die Liste an Straftaten, die der junge Mann aufzählt, ist lang: Körperverletzung, schwererer Raub, Diebstahl. Doch die Zeit hinter Gittern in der Jugendstrafanstalt Pforzheim hat Wirkung gezeigt. Nun hat er am Wochenende mitgeholfen, an einer Wand an der Anshelmstraße Graffiti zu beseitigen. „Der ist richtig, der kann zupacken“, urteilt Malermeister Adolf Seiter, der die Arbeiten beaufsichtigte und hilft, dem jungen Mann eine Lehrstelle zu vermitteln. Polizeihauptkommissar Volker Weingardt nickt zustimmend: „Wenn einer sich ändern will, sollten wir ihn unterstützen.“

Weingardt hatte die Oberaufsicht einer gemeinsamen Aktion vom Haus des Jugendrechts Pforzheim-Enzkreis und dem Projekt „Positive Power hinter der Mauer“. Insgesamt waren 13 Jugendliche, darunter auch drei Mädchen, zu einer Aufräumaktion im Umfeld der Jugendstrafanstalt am Samstag zwischen 8 und 15 Uhr geladen. Zwei waren nicht pünktlich vor Ort und müssen nun mit Konsequenzen rechnen. Den Jugendlichen war gemeinnützige Arbeit zur Auflage gemacht worden, um die unterschiedlichsten Delikte zu ahnden: Cybermobbing, Schulschwänzen, Beleidigung, Ladendiebstahl, Sachbeschädigung. Es waren aber auch zwei Insassen der Jugendstrafanstalt bei der Aktion dabei. „Wir erhoffen uns durch den Kontakt von Häftlingen und jungen Menschen positive Effekte für beide Seiten“, so Polizeihauptkommissar Weingardt. Letztlich gehe es um Erziehung, nicht um Strafe.

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