„Abtreibung: Problem der Männer“
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Justizminister informiert sich über die Arbeit der Pforzheimer Beratungsstelle Aus-WEG?!
Pforzheim (pm). Guido Wolf, Baden-Württembergs Minister für Justiz und Europaangelegenheiten, hat die Beratungsstelle Aus-WEG?! in Pforzheim besucht. Der Vorsitzende des Vereins Hilfe zum Leben, Reinhard Klein, erläuterte das Konzept. Wolf erhielt einen Einblick in die Schwangerschaftskonfliktberatung. Reinhard Klein berichtete, dass aus seiner Sicht die meisten Frauen ihre Entscheidungen insbesondere vor dem Hintergrund des auf sie ausgeübten Drucks träfen: „Unsere Erfahrung ist, dass die meisten Frauen ihre Kinder bekommen würden“, so der Vorsitzende. „Würden die Männer zu ihren Frauen stehen, würden sich die meisten für ihre Kinder entscheiden. Damit ist Abtreibung eigentlich nicht das Problem der Frauen, sondern der Männer.“
Minister Wolf (re.), Reinhard Klein. Foto: privat
Bei Jugendlichen seien es meistens die Eltern, die nicht wollten, dass ihre Töchter die Kinder bekämen. Den Beratenden sei wichtig, immer zusammen mit den Betroffenen Perspektiven für eine gemeinsame Zukunft von Mutter und Kind zu entwickeln. „Dazu reicht eine noch so qualifizierte Beratung nicht aus“, erklärt Klein. Die Frauen steckten in einem existenziellen Konflikt. „Nicht das Kind muss beseitigt werden, sondern die Probleme“, so Klein. Der Minister und Klein diskutierten auch über die aktuellen Vorschläge zur Abschaffung des Paragrafen 219a des Strafgesetzbuchs. Wolf dazu: „Ich lehne die Abschaffung ab. Diese Norm setzt den verfassungsrechtlich gebotenen Schutz ungeborenen Lebens um. Das Bundesverfassungsgericht hat unmissverständlich klargestellt, dass der Staat zum Schutz des ungeborenen Lebens verpflichtet ist. Die Behauptung, dieser Straftatbestand würde Informationsmöglichkeiten für betroffene Frauen einschränken, überzeugt mich nicht. Schwangere Frauen haben jede Unterstützung verdient.“ Jedoch lehne er ab, „einen solch schwerwiegenden Eingriff zu kommerzialisieren, indem man ihn wie eine gewöhnliche Dienstleistung bewirbt“.
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