AKW-Abfälle bleiben Streitfrage

Enzkreis

Deponie Hamberg in Maulbronn soll erweitert werden. Entsorgungssicherheit bis 2035.

Enzkreis/Maulbronn. Die Mülldeponie Hamberg in Maulbronn soll um einen sechsten Abschnitt erweitert werden. Diese einstimmige Beschlussempfehlung hat am Montag der Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistags für die Sitzung des Gesamtgremiums in zwei Wochen ausgesprochen. Offen bleibt aber nach wie vor die Frage, ob freigemessener Abfall aus dem Rückbau von Atomkraftwerken dort entsorgt werden kann. Unter dem Begriff „Freimessen“ versteht man den Nachweis, dass bestimmte Abfälle wie Bauschutt oder Metallteile so wenig Radioaktivität aufweisen, dass sie nicht mehr überwacht werden müssen. Die Führung der Hamberg-Deponiegesellschaft hatte in der Vergangenheit auf Nachfrage unserer Zeitung zwar mehrfach betont, diesen Abfall nicht in Maulbronn einzulagern, doch das Land vertritt diesbezüglich eine ganz andere Position. Das Umweltministerium teilte gegenüber dem Mühlacker Tagblatt mit, dass freigemessener mineralischer Abfall aus dem Rückbau atomarer Anlagen im Landkreis Karlsruhe in Maulbronn entsorgt werden kann. Das Ministerium könne der Deponie den Abfall einfach zuweisen. Dies bestätigte jetzt auch Landrat Bastian Rosenau auf Nachfrage aus dem Kreistagsausschuss: „Garantien gibt es bei so etwas nie. Wir können es schon steuern, aber es besteht auch die Möglichkeit, dass Behörden uns zu etwas zwingen, was wir nicht wollen.“ Am Ende, so Rosenau, könnte es sein, dass die Gerichte entscheiden.

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