Whatsapp-Nachricht kommt Ärztin teuer zu stehen

Maulbronn

Richter und Staatsanwältin werten elektronisch versandte Mitteilung als Volksverhetzung.

Maulbronn. Kostspielig wird für eine 59-Jährige aus dem Enzkreis ein vermeintlicher Scherz, den sie per Whatsapp an einen Bekannten weiterleitete. In einem anderen Verfahren entdeckte die Polizei auf dessen Handy die Nachricht der Ärztin, in der sie „osteuropäische Einbrecherbanden und kriminelle Asylanten“ warnte, dass die Munition teurer geworden sei und sie deshalb künftig damit rechnen müssten, dass sofort scharf geschossen wird. Bernd Lindner, Direktor des Amtsgerichts Maulbronn, sah darin den Tatbestand der Volksverhetzung. Sein Urteil: 90 Tagessätze à 110 Euro. Die Strafe stellte er unter eine sehr selten angewandte „Verwarnung mit Strafvorbehalt“. Die Geldstrafe wird damit auf ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt. Die Ärztin am Klinikum Nordschwarzwald trägt allerdings nicht nur die Kosten des Verfahrens, sondern muss als Auflage darüber hinaus 3000 Euro an das Kinderzentrum Maulbronn überweisen. Verteidigerin Susanne Burkhardt will zusammen mit der Angeklagten die Möglichkeit des Einspruchs prüfen.

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